Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber einen phosphorhaltigen Bestandtheil der Pflanzensamen
Person:
Schulze, E. E. Winterstein
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17098/2/
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Pïubf lier fraglichen Substanz austührten, zeigte, dass die¬ 
selbe stickstofffrei ist und dass sie beim Verbrennen eine 
phosphorsäure- und kalkreiche Asche liefert, welche daneben 
aber auch Magnesia enthält, während dagegen ihre Salpeter¬ 
säure-Lösung mit Molybdänsolution keine Phosphorsäure¬ 
naction gibt. Man darf daher verrnuthen, dass sie das 
Calcium-Magnesiumsalz einer sogenannten gepaarten Phos- 
pliorsäure ist. 
Es war nun unsere nächste Aufgabe, eine grössere Quali¬ 
tät dieser Substanz darzustellen. Als Material verwendeten 
wir dazu die Samen von Sinapis nigra, die nach Palla- 
• lin’s Versuchen besonders reich daran sind.1 Leber das 
'Darstellungsverfahren ist Folgendes anzugeben: 2 Kilo fein 
zerriebener, entfetteter Samen wurden mit 15 Liter 10pro- 
<<*ntigei Kochsalzlösung 2 Tage lang bei Zimmertemperatur 
tligerirt, der dabei erhaltene Extract mit Hilfe von Filtrirtuch 
vom Ungelösten getrennt, sodann 10—15 Minuten im Sieden 
erhalten und nun abgekühlt. 
Dann brachten wir die Flüssigkeit mit dem darin belind- 
!" lien Eiweisscoagulum auf Faltenfilter und wuschen mit kaltem 
Wasser aus. Das Filtrat wurde zur Entfernung von Eiweiss¬ 
osten nochmals zum Sieden erhitzt, wieder abgekühlt und 
iurcli darauflolgende Filtration von der geringen Ausscheidung 
P trennt. Die so erhaltene Flüssigkeit trübte sich stark heim 
Krhitzen, wurde aber beim Erkalten wieder völlig klar, woraus 
lurvorgeht, dass sie keine coagulirbaren Eiweissstoffe mehr 
eiiMiielt. Wir erhitzten sie nun wieder zum Kochen, brachten 
<1"‘ dabei entstandene Ausscheidung auf ein Faltenfilter, das 
'" h auf einem durch Wasserdampf erhitzten Trichter befand: 
nachdem die Flüssigkeit abgeflossen war, wurde der-Filler-, 
iniuilt mit kochendem Wasser ausgewaschen. Derselbe bildete 
11,1,1 (‘hie weisse amorphe Substanz, welche vom Kochsalz 
""ch nicht völlig befreit war; in kaltem Wasser löste sie sieb 
nicht wieder auf. Zur vollständigen Beseitigung des Kochsalzes 
wurde solange mit destillirtem Wasser ausgewaschen, .bis die 
ablaufende Flüssigkeit mit Silbernitrat nur noch ganz schwache 
npulescenz zeigte, darauf wurde successive mit 05 procentigem 
• ' 1-: . . • ■
        

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