Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Nucleinsäure und Thyminsäure
Person:
Kossel, A. Albert Neumann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17096/8/
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s 
Nudeinsaure cine salzartigc soi, dass also die Nudeïnsâure 
ri" saurcs Sa,z der Thyminsäure und der Nucleïnbasen sei 
Man kann diese Annahme nicht etwa dadurch widerlegen, 
dass inan zu einer Lösung von Nudeïnsâure ammoniakalisdio 
dlberlösung oder wässrige Quecksilberchloridlösung hinzufügt 
und nachweist, dass durch diese Reagentien kein Niederschlag 
ln i vorgerufen werden kann. Diese Nichtfällbarkeit der Nuclcïn- 
laisen durch Metallsalze kann nicht als Beweis gegen ihre salz-, 
arlige Bindung angeführt werden, jdonn die Thyminsäure, der 
man ';ilre geringe Menge von Nucleïnbasen hinzugefügt, hat, ver- 
li.ilt .-ich ebenso. Nudeïnsâure und Thyminsäure verhindern 
bis zu einem gewissen Grade die Ausladung der Basen durch 
Metallsalze. 
Indessen kann man durch eine andere Reaction mit 
Nclierheit feststellen, dass die Nudeïnsâure keine salzartig 
gebundenen Nucleïnbasen enthält. Man löst die Nudeïnsâure 
in klarem Barytwasser in der Kälte auf, lallt den nucleïn- 
sauren Baryt mit Alkohol, filtrirt den Alkohol ab und dunstet 
■ in. In dem Filtrat lässt sich keine Spur der Nucleïnbasen 
nadnveisen, weder durch Quecksilberchlorid, noch durch am- 
moniakalische Silberlösung. 
Stellt man die gleiche Reaction mit thyminsaurem Adenin 
■■(1er Guanin an, oder auch mit einer Lösung von Nuclein- 
saure, aus der man vorher durch Erhitzen mit Wasser die 
Basen in Freiheit gesetzt hat, so gelingt der Nachweis der 
Basen leicht und sicher. * 
Dies Verfahren bietet also eine Möglichkeit, geringe 
spuren von Nucleïnbasen, welche in freiem Zustande oder 
ab Salze den Nuclemsäuren beigemischt sind, zu erkennen. 
Die Nucleïnbasen sind demnach, wie schon früher hervor¬ 
gehoben, in organischer und nicht in salzartiger Bindung in 
h r Nudeïnsâure enthalten. Beim Erhitzen der freien Nucleïn- 
saure mit Wasser spalten sie sich ab. Die Nudeïnsâure ist also 
•me gepaarte Verbindung, deren Salze ziemlich beständig sind 
p" aber als freie Säure, ähnlich Ivie die Phenolschwefelsäure 
■ anmann's, sehr leicht der Zersetzung anheimlallt. 
Zeitschrift für physiologische Chemie. XXII. 
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