Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Vorkommen von Milchzucker im Harn bei Wöchnerinnen
Person:
Lemaire, F. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17088/6/
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Harns wurde verursacht durch das Vorhandensein einer Hon- 
tose, welche mit salzsaurem Phenylhydrazin Und Natriumacetat 
ein Osazon liefern, welches, wie das unsrige, in heissem Wasser 
löslich war und sich beim Abkühlen in feinen, in Rosetten 
giuppirten Nadeln ausschied. Der Schmelzpunkt dieser Kry- 
stalle wurde bei 157°—159° C. gefunden. 
Es ware gar nicht undenkbar, dass diese Pentox auch 
in normalem Harn vorkäme, sei es von der Pentoson ent¬ 
haltenden Pflanzennahrung, sei es vom Organismus selber 
herrührend. Hammarsten erhielt ja aus einem isucleo- 
prbteid des Pancreas, durch Spaltung mittelst Schwefelsäure, 
» ine Substanz, welche er mit grosser Wahrscheinlichkeit als 
eine Pentose betrachten zu dürfen glaubte1), und welche von 
Salkowski für identisch mit der von ihm aus Harn be- 
l citeten Pentose gehalten wird. Der Schmelzpunkt dés Osazons 
des von Bai sch und mir aus normalem Harn bereiteten 
Zuckers sprach aber gegen die Identificirung desselben mit 
dei Salkowski sehen Pentose. Baisch fand zwar.in seinen 
■ersten Versuchen den Schmelzpunkt bei 175-180° C., später 
nber, als er die Substanz besser gereinigt hatte, schmolz sie 
hei 152—154°. Ich habe in verschiedenen Versuchen, in 
welchen das Osazon jedesmal durch Umkrystallisiren aus 
lieissem Wasser gereinigt war, den Schmelzpunkt nicht .unter 
150° und nicht höher wie 151° C. gefunden. 
Der Unterschied mit dem von Salkowski gefundenen 
Schmelzpunkt ist zu gross, als dass man die zwei Substanzen 
fur identisch halten könnte. Dazu kommt, das Salkowski 
/.war in seiner ersten Mittheilung von einer geringen Rechts¬ 
drehung der Pentose enthaltenden Harne spricht, in seiner, 
neuerdings erschienenen Arbeit darüber aber nichts mehl sagt 
als: «Gahrungsprobe*) und Polarisation fallen negaiiv aus»*). 
Ich habe dagegen mit Sicherheit feststellen können, dass die 
l) Zeitsclir. f. physiol. Chemie, IM. XIX. S. 2(i 
‘) Kiilz und Vogel fanden übrigens, dass die von ihnen u n lei- 
suchte, in Diabetesharn vorkommende Pentose von gewöhnlicher lief« 
vollkommen verbraucht wurde. Zeitsehr. j Diol.. IM. XXXII, S. 1 HS. 
') Perl. klin. Wochenschr.. 1805. S. 
i
        

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