Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Chemische Untersuchung einer hydropischen Gallenblasenflüssigkeit
Person:
Winternitz, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17084/2/
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Das Gewicht der gesammten Flüssigkeitsmenge beträgt 
155,50 gr. Die Flüssigkeit ist farblos, bei auffallendem Licht«* 
schwach opalescirend, geruchlos, träge tropfbar, massig faden- 
zh*hend und reagirt neutral. 
Um über di$ Natur der Flüssigkeit Aufschluss zu er¬ 
langen, wurden zunächst folgende Reactionen angestellt: In 
ca. 10 ebem. der Flüssigkeit erzeugen zwei Tropfen einer zehn- 
procentigen Essigsäure eine deutliche Trübung, die bei weiterem 
Zusatz von Essigsäure unverändert bleibt und auch im Uebev- 
sehusse nicht löslich ist. Ein Niederschlag setzt sich selbst 
nach längerem Stehen nicht ab, gleichwohl resuitirt beim Fil- 
tfiten ein völlig klares Filtrat. Dieses gibt nach vorsichtiger 
Neutralisation keine wie immer geartete Eiweissreaction. Die 
ursprüngliche Flüssigkeit zeigt auf Zusatz einer Spur Salz¬ 
säure eine deutliche Trübung, die beim geringsten Salzsäun- 
überschliss verschwindet. Mit Essigsäure und Ferrocyankallum 
erhält man eine geringe Trübung, die im Wesentlichen auf 
dem Essigsäurezusatz zu beruhen scheint. Beim Kochen, auch 
unter vorsichtigem Essigsäurezusatz, tritt keinerlei Veränderung 
ein. Keine Biuret reaction in der Kälte, beim Erhitzen gering 
Vjolettiarbung, aber keine Reduction des Kupferoxyds. Auch 
nach einstündigem Kochen einer Probe unter Schwefelsäuie- 
zusatz tritt keine Reduction von Kupferoxyd ein. Cholestearin 
fehlt vollständig. 
Die angeführten Reactionen beweisen, dass die Cysten- 
llüssigkeit kein Eiweiss, vor allein kein Serumeiweiss, dagegen 
Gallennmcin enthielt. Dafür spricht das Verhalten zu Essig¬ 
säure und Salzsäure einerseits und das Fehlen jeder sonstigen 
Eiweissreaction andererseits. Zucker oder ein Kupferoxyd 
ivducirender Körper ist nicht vorhanden. Auch das Aus¬ 
bleiben der Reduction nach dem Kochen unter Schwefelsäure- 
zusatz spricht für das Vorhandensein des durch die anderen 
Reactionen schon sichergestellten Gallennmcin. Die schwach«* 
Biuretreaction beim Erhitzen entspricht bei dem Fehlen ander« ? 
Ei weisskörper dem vorhandenen Mucin. Die Pet tén ko for¬ 
sche Gallensäurereaction fiel negativ aus und die Anwesenheit 
von Gallonfärbstoffon war bei der Farblosigkeit der Flüssigkeit 
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