Bauhaus-Universität Weimar

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Die syrupöse Säure war optisch inactiv. Sie wurde in 
das Zinksalz übergeführt, welches sich ebenfalls optisch inactiv 
erwies und nach dreimaligem Umkrystallisiren als Zinksalz 
der Gährungsmilchsäure erkannt wurde. * 
Berechnet 
Gefunden: 
für C6B1006Zn -f :{ H20: 
H20 17,99 \ 
Zn 21,79 » 
Der Umstand, dass Bernsteinsäure nach den bisherigen 
Untersuchungen in der Milch nicht vorkommt, aber bei der 
Zersetzung des aus Milch dargestellten Carniferrins ebenso wie 
aus dem aus Muskelextracten dargestellten entsteht, ist ein 
weiterer Grund für die Annahme der Bildung derselben aus 
Phosphorfleischsäure durch Hydrolyse. 
Während Carniferrin aus Muskelextract Paramilchsäure 
Ih'tcrt, gibt das aus Milch dargestellte Gährungsmilchsäure. 
Es könnte hieraus geschlossen werden, dass die Milchsäure 
als Eisen Verbindung nur eine Verunreinigung des Carniferrins 
m. Hiergegen ist geltend zu machen, dass die Gruppe der 
Phosphorfleischsäure, aus welcher Milchsäure hervorgeht, sei 
*‘s d,e Kohlenhydratgruppe oder nicht, bei der aus Milch ge¬ 
wonnenen Phosphorfleischsäure eine stereoisomere derjenigen, 
welche in Muskelextracten vorhanden ist, sein kann. 
Zwei mit je 500 ebem. derselben frisch gemolkenen 
Kuhmilch ausgeführte quantitative Bestimmungen ergaben für 
« inen Liter Milch 1. 0,582 gr., 2. 0,583 gr. Phosphorfleischsäure 
als Fleischsäure berechnet. Der Gehalt ist also ein so be¬ 
irächt licher, dass der Phosphorfleischsäure der Milch mit Recht 
■ me wesentliche Bedeutung für die Resorption des Kalkes der 
Milch zuzuschreiben ist. Vom klinischen und landwirthschaft- 
lichen Standpunkte wird es wichtig sein, den Einfluss der 
Nahrung der Thiere, den Einfluss des Sterilisirens der Milch etc. 
auf den Gehalt der Milch an Phosphorfleischsäure und auf 
deh-n Sättigung mit Kalk festzustellen.
        

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