Bauhaus-Universität Weimar

Episarkin »lenken. Doch auch hier zeigen sich mannigfaltig.* 
Abw eichungen. 
Das Episarkin ist nach. Balke durch Pikrinsäure nicht 
.faltbar, während die obige Base mit Pikrinsäure eine sehr 
schön krystallisirende Verbindung giebt. Das Episarkin löst 
sich in 13,000 Theilen kalten Wassers, zeigt also etwa dieselbe'. 
Löslichkeit wie die Harnsäure; die neue Base ist zwar schwerer 
löslich als Adenin und Hypoxanthin, jedoch wesentlich leichter 
löslich in Wasser als in Harnsäure, Guanin und Xanthin. 
Endlich fallen die Farbenreactionen, d. h. die Xanthinreaction 
und die bei Einwirkung von Salzsäure, Kaliumehlorat und 
Ammoniakdämpfen au! tretenden Farbenerscheinungen, beim 
Episarkin anders aus als bei der obigen Base. 
Auch an eine Identität dieses Körpers mit einer der von 
Wulff und mir aus menschlichem Harn isolirten Basen*> 
ist bei näherem Vergleiche ihrer Eigenschaften nicht zu denken: 
Vielmehr sprechen alle Heactionen dafür, dass wir es in der 
vorliegenden Base mit einem bisher unbekannten Alloxurkörper 
zu thun hüben.. 
«. f.v 
Hypoxanthin konnte unter den Basen des Theeextraolos 
nicht nachgewiesen werden. Wenn es trotzdem bei der ur¬ 
sprünglichen Isolirungsmethode des Adenins neben diesem in 
grösserer Menge gefunden wurde, so ist der Grund hierfür, 
wie schon oben angegeben, in der ümkrystallisation der un¬ 
reinen, starkgefärbten Silberverbindungen der Basen aus verd. 
Salpetersäure zu suchen. Die hierbei durch Oxydation der 
Farbstoffe entstehende salpetrige Säure führt einen beirächl- 
hehen Theil des Adenins in Hypoxanthin über, eine I An¬ 
wandlung, welche selbst durch Anwendung von Harnstoff nur 
beschrankt, aber nicht völlig verhindert werden kann. Dir 
Anwendung dieses Trennungsverfahrens von Alloxurkörpeni 
kann daher, wie in dem vorliegenden Falle, leicht zu falschen 
Resultaten in Bezug auf Verbreitung, Vorkommen und gegen 
seitige Mengenverhältnisse der Basen führen, und es empfiehlt 
sich das Umkrystallisiren der Silberverbindungen aus Salpeter- 
0 Verb, der phvsiolog. Gesellsch. zu Berlin, Jahrgang 1893—HO 
XVII. Sitzung.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.