Bauhaus-Universität Weimar

Ueber Gasgährung im menschlichen Magen. 
Von 
Ernst Wissel, approb. Arzt. 
(Aus dem städtischen Krsnkenhause in Kiel.) 
(Der Redaction zugegangen am 20. September 1895.) 
Schon aus den siebziger Jahren stammen die ersten 
Mitteilungen über Gährungsvorgänge mit Produktion von Gas 
im Magen, doch sind immer nur einzelne Fälle beschrieben, 
in denen Ructus oder sonst auf zufällige Weise gewonnenes 
Gas analysiert wurde. Auch berichtet Waldenburg 18G4 
über brennbare Magengase. Genauere Analysen brachten 
dann Carius1), Popoff*), Ewald*), Heynsius, Mac 
Naught und andere. Naunyn4) und Minkowski8) wiesen 
auf die Wichtigkeit der Gährungsvorgänge hin und schlossen 
auf Gührung nach dem Auftreten von zahlreichen Mikro¬ 
organismen im mikroskopischem Bilde. Von verschiedenen 
Seiten wurde dann versucht, die Gährungserreger genauer 
durch bakteriologische Untersuchungen kennen zu lernen und 
ihre Lebensbedingungen zu studieren. Doch so viele inter¬ 
essante Mitteilungen darüber auch gemacht sind, ist die 
Frage auch auf diese Weise als noch nicht erledigt zu be¬ 
trachten. Nähere Angaben darüber sind in einer Arbeit von 
J. Kaufmann8) vorhanden. G. Hoppe-Seyler7) und Kühn1) 
!) Berliner klin. Wochenschrift, 1874, No. 27. 
*) Berliner klin. Wochenschrift, 1870, No. 38—40. 
») Reicherts und du Bois-Reymonds Archiv, 1874, H. ± 
4) Deutsches Archiv f. klin. Medicin, Bd. 31. 
8) Mitteilungen aus der med. Klinik zu Königsberg, Leipzig 188s 
•) Berliner klin. Wochenschrift, 1895, No. 6. 
7) Deutsches Archiv für klin. Medicin, 1893, No. 50. 
?) Zeitschrift für klin. Medicin, Bd. 21 ; Deutsche med. Wochen¬ 
schrift, 1892, Nö. 49 und 50.
        

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