Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Resorbirbarkeit der Eisensalze
Person:
Woltering, H. W. F. C.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17071/9/
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Bidder und Schmidt*) âusserten schon 1852 die 
Meinung, dass die Darm wand die Hauptstelle sei, wo unter 
normalen Verhältnissen das Eisen ausgeschieden werde, wäh¬ 
rend Buchheim und Mayer*) schon 1850 nachzuweisen 
versucht hatten, dass intravenös eingespritztes Eisen von der 
Darmschleimhaut aus dem Körper entfernt werde. 
In den späteren Jahren haben besonders Jacoby und 
Gottlieb darauf hingewiesen, dass der Darmtractus für die 
Eisenausscheidung in erster Linie in Betracht kommt. 
Jacoby3), der bei früheren Arbeiten gefunden hatte, 
dass nach intravenöser und subcutaner Einspritzung das Eisen 
nur in sehr geringer Menge von den Nieren ausgeschieden 
wird, vermuthete nach Analogie der Befunde Cahn s in 
Bezug auf Mangan, dass die Darmwand vielleicht die Stelle 
sein dürfte, wo das Eisen ausgeschieden werde. Er fand, 
dass das eingespritzte Eisen innerhalb zwei bis drei Stunden 
aus dem Blute verschwindet und dann in der Leber angehäuft 
wird, und kam weiter zum Schluss, dass die Ausscheidung 
mittelst der Darmwand stattgefunden haben müsse. Die 
Möglichkeit musste aber zugegeben werden, dass eben in 
Folge dieser Anhäufung die Ausscheidung zwar mittelst der 
Darmwand stattfinde, aber dieselbe nur sehr langsam zu 
Stande komme. Dass es sich thatsächlich so verhält, hat 
Gottlieb4) nachgewiesen. Er fand in 20 Tagen von 100 mgr. 
injieirten Eisens 96,9 mgr. im Kothe wieder. 
Die Ausscheidung des Eisens findet also grösstentheils 
durch den Darm statt, aber langsam. 
Gottlieb glaubt auch, dass die Resorbirbarkeit von 
Eisensalzen mit Unrecht verneint worden sei, weil nach der 
Darreichung von Eisensalzen per os die ganze Menge im Koth 
>) B i d d e r und Schmidt: Die Verdauungssäfte und der Stoff¬ 
wechsel. Mitau und Leipzig, 1842, S. 41t. 
») Aug. Mayer: Derationequa ferrum mutetur incorpore, üiss. 
Dorpat, 1850 (nach Bidder und Schmidt). 
») Jacoby: Ueber das Schicksal der in das Blut gelangten Eisen- 
salze. Archiv für exp. Path, und Pharm., Bd. 28, S. 256. 
*) Gott lieb: Ueber die Ausscheidungsverhältnisse des Eisens. 
Zeitschrift für physiologische Chemie, Bd. 15, S. 371.
        

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