Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Constitution des Heteroxanthins und seine physiologischen Wirkungen
Person:
Krüger, M. G. Salomon
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17070/12/
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ihrer schwerlöslichen Homologen bei Thieren in Anwendung 
kamen, hat E. Salko.wski neuerdings das Piperazin in Vor¬ 
schlag gebracht* *). Dieser Körper hat sich auch för das 
Heteroxanthin als ein gutes Lösungsmittel bewährt. Man 
benutzt zweckmässig eine Lösung von 1—2 Gewichtstheilen 
Heteroxanthin und 2 Theilen Piperazin auf 100 Theile Wasser, 
wobei zu beachten ist, dass die concentrirteren Gemische nach 
einigen Tagen weisse Krusten abzusetzen pflegen. 
Die Wirkung des Heteroxanthins beim Frosch wird am 
Besten durch einige Beispiele verdeutlicht: 
I. Esculenta von 35 gr. 0,02 gr. Heteroxanthin in den Rückenlymphsack. 
12 U. 30 M. Injection. 
12 * 40 » Vollständiger Stillstand der Athmung, bis zum Tode des 
Thieres andauernd. 
1 » 0» Das Thier hat bisher regungslos gesessen. Beim Ergreifen 
wehrt es sich kräftig. 
1 » 5 » Weniger kräftige Abwehr, keine spontanen Bewegungen. 
1 » 10 » Das Thier liegt vornfibergesunken mit geschlossenen 
Lidern, die augenscheinlich gelähmten Vorderbeine unter 
den Rumpf geschoben. Auf den Röcken gelegt bleibt 
es liegen. .r 
1 » 30 v Es ist kein Lebenszeichen mehr erfolgt. Doch treten bei 
Stichen in die Hinterbeine noch Reflexbewegungen auf. 
Die Section ergibt 16*) regelmässige Herzcontractionen 
in der Minute. 
II. Esculenta von 26 gr. 0,024 gr. Heteroxanthin in den Rückenlymphsack. 
1 U. 5 M. Injection. 
1 » 11» Athmung bis auf Spuren verschwunden, hört bald voll¬ 
ständig auf. Bewegt sich nur auf Reize und zwar träge, 
krötenartig, bleibt auf dem Röcken liegen. Die Vorder¬ 
beine behalten jede ihnen gegebene Stellung bei. 
1 » 15 » Reflexe fast aufgehoben. Vorderbeine krummstarr, Hinter¬ 
beine schlaff. 
1 » 28 » Bisher kein spontanes Lebenszeichen. Geringe Reste von 
Reftexerregbarkeit an den Hinterbeinen. 
1 » 36 » Macht gereizt einen schwachen Sprung ausschliesslich 
mit Hülfe der Hinterbeine, sitzt dann, auf die gestreckten 
*.) Ber. f. d. ges. Physiologie 1894* Bd. 56, S. 349. 
*) Die geringe Pulsfrequenz erklärt sich daraus, dass wir an Winter- 
fröschen experimentirten.
        

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