Bauhaus-Universität Weimar

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Darstellung von Arginin aus Proteinkörpern. 
Hornsubstan z. 
Wie oben erwähnt, wurde das Argininsilbersalz 
AgNO, + C,H„N,0, + */, H,0 bei meinen ersten Versuchen 
in der Weise erhalten, dass der Phosphorwolframsäurenieder- 
schlag mit Barythydrat zerlegt und dann der Barytüberschuss 
durch Einleiten von Kohlensäure und Kochen der Lösung 
entfernt wurde. Hierbei wird von Arginin ein basisches 
Carbonat gebildet1). Beim Versetzen der Lösung mit Silber- 
nitrat wurde also ein Theil des Silbers als Carbonat aus- 
geschieden. Ausserdem wurden aber auch andere anwesenden, 
nicht näher bekannten Basen als Silberverbindungen aus¬ 
gefällt, welche keine Salpetersäure enthielten. Die auf beiden 
Wegen frei gewordene Salpetersäure konnte sich also mit 
dem Silbersalze AgNO, + C,HuN.O, zur Bildung des Salzes 
AgNO, + C,HuN.O,.HNO, verbinden. - 
Da nur das erste Silbersalz in Wasser schwerlöslich ist, 
war also vorauszusehen, dass ein Theil des Arginins beim 
Krystallisiren in der Mutterlauge geblieben war. Dennoch 
wurden aus 2000 gr. Horn 29 gr. reines schwerlösliches Silber- 
salz erhalten, woraus geschlossen werden kann, dass die Sal¬ 
petersäure zur Ueberführung der ganzen Argininmenge in 
leichtlösliches Silbersalz nicht genügte. Um die in der Lösung 
zurückgebliebene Argininmenge zu gewinnen, bin ich folgender- 
maassen verfahren. Die Lösung wurde mit Wasser verdünnt 
und mit Barythydrat versetzt; die Anfangs gebildete weisse 
Füllung löste sich bei Umschütteln leicht auf; Barythydrat 
wurde so lange zugegeben, bis eben ein bleibender braune; 
Niederschlag (von Silberoxyd) zu entstehen anfing. Dann 
wurde Kohlensäure eingeleitet, die Lösung erwärmt, von 
kohlensaurem Baryt filtrirt und concentrirt. Beim Stehen der 
Lösung schieden siel; Krystalle reichlich aus, welche nach 
dreimaligem Umkrystallisiren rein waren. 
0,2112 gr. gaben 0,0705 gr. Ag = 30,49 °|ft. 
Berechnet wird für AgNO, + C4Hl4N40, + V', H,0 = 30,o9 !.. 
») L. c. S. 190.
        

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