Volltext: Thierisches Leben ohne Bakterien im Verdauungskanal (21)

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Kaum unter Zuführung steriler Luft mit steriler 
Nahrung aufgezogen werden können. Der Gedanke, 
Hühnereier, welche ja in vieler Beziehung für derartige Ver¬ 
suche Vortheile geboten hätten, zu verwenden, wurde alsbald 
aufgegeben, da erfahrungsgemäss ein grosser Procentsatz der¬ 
selben von vornherein inficirt ist. 
Wir wählten als Versuchsthiere Meerschweinchen 
nachdem sich herausgestellt hatte, dass es zwar mit einem 
erheblichen Aufwand von Mühe und Geduld, aber doch ohne 
besondere Schwierigkeiten gelingt, diese Thiere von der Ge¬ 
burt an mit unverdünnter Kuhmilch, die ihnen in der Saug¬ 
flasche zugeführt wird, aufzuziehen. 
Die jungen Meerschweinchen mussten ihrer grossen Selbst¬ 
ständigkeit wegen für unsere Zwecke ganz besonders geeignet 
erscheinen. Wir glauben, jetzt sagen zu können, dass sie 
unter allen überhaupt in Frage kommenden Säugethieren die 
allein brauchbaren sind. 
Wir lassen zunächst die Beschreibung des von uns be¬ 
nutzten Apparates u. zw. der Modification, mit welcher wir 
schliesslich zu einem befriedigenden Resultat gelangten, folgen. 
Die in Klammern beigefügten Zahlen beziehen sich auf die 
beigegebene Zeichnung ('/, natürliche Grösse). 
Apparat'). 
Als Aufenthaltsraum für das Thier diente eine tubulirte 
Glocke (15) von 6 Litern Inhalt, 30 cm. Höhe und 17 cm. 
Durchmesser, die mit ihrem abgeschlifienen unteren Rand auf 
<ler Schlifffläche eines cylindrischert Gelasses (16) von 15 cm. 
Höhe aufruhte und mit diesem durch eine vielfach umgewickelte 
Esmarch’sche Binde (24) luft- und bakteriendicht verbunden 
w ar. Das cylindrische Gefiiss enthielt eine 4 cm. hohe Wasser¬ 
dicht, auf dieser stand eine 2 cm. hohe Oelschicht. ln halber 
') Alle Theile des Apparates wurden uns von der Firma Pa 
A11 m a n n, Berlin KW., Louisenstr. 52, geliefert. Wir sind Herrn P. AI 
mann für das verständnisvolle Eingehen auf unsere Wünsche zu best« 
Dank verpflichtet.
	        
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