Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Bestimmung der Acidität des Harns. Eine Erwiderung
Person:
Lieblein, Victor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17063/3/
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an zweifachsaurem Phosphat ausgoschlossf n und da.« Auftreten 
der sauren Reaction am Ende der Füllung kann nicht in der 
Gegenwart von prülbnnirteni zweifaelisauren Phosphat seinen 
Grund gehabt haben. 
F r e u n • I und T ö p IV r dagegen geben mit aller Best iiunit- 
heit an, ihr oinläehsauros Nalriumphosphal habe auf 8b Ge- 
wichtslheile PliosphorsUire ;> Gewichtstheiie Phosphorsäure 
als zweifachsaures Phosphat ent halten, ohne 'diese Behaupt ung 
weiter zu begründen, Die Frage, wie Freund und Töpfer 
zu dieser Ansicht gelangt sind, soll vorläufig noch offen bleiben. 
Aber wenn die beiden Herren sich bei ihren Versuchen eben¬ 
falls eines wiederholt umkryslallisirten 1 ’hosphats bedient haben, 
so ist, wie bei meinem Präparate, die Gegenwart von zwei- 
lachsaurem Phosphat sicher gleichfalls ausgeschlossen; hätten 
sie jedoch zu ihren Versuchen käufliches Salz verwendet, so 
hätte die Gegenwart von zweifachsaurem Phosphat in dem¬ 
selben besonders bewiesen werden müssen: Es lässt sich 
wohl annehmen, dass Freund und Töpfer diesen Beweis, 
schon wegen der Schwierigkeit der analytischen Aufgabe, an¬ 
zuführen nicht unterlassen haben würden. 
Bei dem Mangel aller Belege über diesen Punkt lässt sich 
nur vermutheii, was Freund und Töpfer auf den Gedanken 
gebracht hat, ihr Phosphat sei in der angegebenen Weise ver¬ 
unreinigt gewesen. Einen Anhalt dazu liefert die Angabe 
über den Grad der Verunreinigung, er beträgt 3,5°/0 der ge¬ 
summten Phosphorsäure, lias ist nun beinahe genau so viel, 
als ich nach dem Ausfällen des Phosphates mit Barytsalz nach - 
dem Vorgänge von Freund in der, Lösung durch Titriren ' 
mit Fransalz auch gefunden habe, nämlich 3°/#. Da wir beide 
so gut wie identische Werthe erhalten haben, muss man an- 
nelimen, dass das von Freund und Töpfer verwendete 
einfachsaure Phosphat ebensowenig zweifaclisaures enthalten 
habe, wie mein Präparat. Die Behauptung Freund und 
Töpfer’s von der Unreinheit ihres Salzes wird.sich also in 
der Weise erklären: Freund und Töpfer haben in der 
Flüssigkeit nach der Bildung des Niederschlags noch 3,5 #/0 
der gesammten Phosphorsäure bestimmt, auch nach ihrer
        

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