Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Bestimmung der Acidität des Harns. Eine Erwiderung
Person:
Lieblein, Victor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17063/11/
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kennen wollte, dass ein Tropfen Silberlösung in der trüben 
Flüssigkeit keinen weiteren Niederschlag hervorbringe Dagegen 
führen Freund und Töpfer wieder einen Namen ins Feld, 
aber diesmal nicht Ginelin und Dämmer, sondern keinen 
geringeren als den Gay-Lussac s. «Wenn Lieb lein sich 
die Mühe nehmen wird — sagen sie —, die Gay^Lussac- 
sche Methode in ihrem Original kennen zu lernen, so wird 
er daraus lernen können, dass die Endreaction dieser Methode, 
die - wohlgemerkt! — bekanntlich zu den feinsten Bestim¬ 
mungen gehört, sich auf das Eintreten des letzten Nieder¬ 
schlages in der nicht filtrirten Flüssigkeit gründet»'. 
Das nimmt sieh wieder sehr wichtig aus. Ich weiss 
nicht, ob Freund und Töpfer «die Gay-Luèsac’sche 
Methode ip ihrem Original» selbst gelesen haben, aber über 
die Frage wird man sich auch klar ohne solche gelehrte Vor¬ 
studien. Nach dem Gay-Lussac’sehen Verfahren wird der 
sfilbergehalt einer Lösung so titrirt, dass man sie. nach dem 
Zu?atze der Kochsalzlösung schüttelt (ein bis zwei Minuten), 
bis sie völlig klar geworden ist; trübt sie sich auf 
abeimaligen Kochsalzzusatz wieder, so klärt man sie abermals 
durch anhaltendes Schütteln und fährt. so fort, bis Ghlor- 
natrium keine Trübung mehr hervorruft. Die «Gay-Lussac* 
sehe Methode in ihrem Original» sagt ausdrücklich, wie das 
selbstverständlich ist, dass die Flüssigkeit vollkommen klar 
sein müsse und empfiehlt wiederholt auch die Filtration zur 
endlichen Klärung. 
Bei dem Verfahren von Gay-Lus.sic handelt es sich 
also darum, zu erfahren, oh eine klare silberhallige Lösung 
auf Zusalz von Kochsalz golrübt wird, während ich hei meinem 
Vergleich der Acidilätsbestimmung von Freund und.Töpfer 
mit der Titrirung des Chlors durch Silberlösung ausdrücklich 
eine von Chlorsilbcr trübe Flüssigkeit vorausgesetzt habe, 
Dass da ein Unterschied bestellt, ist doch wohl ersichtlich. 
Endlich führen Freund und Töpfer als Beweis für 
die Verlässlichkeit ihres Verfahrens zur Aciditätshestimmung 
des Harnes mit Phenolphtalein noch an, es sei von Anderen 
aucli brauchbar gefunden worden. Ich gönne ihnen diesen
        

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