Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Fällung von Toxalbuminen durch Nucleinsäure
Person:
Tichomiroff, M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17062/2/
-5°/o Aschengehalt wurde von Merck bezogen. Eine ge- ' 
wogene Menge desselben wurde in einer entsprechenden Quan¬ 
tität destillirten Wassers unter Zusatz von Natriumcarbonat 
gelöst und von dieser Lösung wurde je 1 cbcm, weissen Mäusen 
subcutan injicirt. 0,005 mgr. reinen Ricins war für die Thiere 
tödtlich. Daher wurde 0,15 gr. reinen Ricins in 300 cbcm . 
Wasser gelöst, mit Essigsäure bis zur deutlich sauren Reaction 
angesäuert und 20 cbcm. einer einprocentigen Nucleinsäure- 
lösung hinzugesetzt. Der entstandene Niederschlag würde auf 
ein gewogenes Filter gebracht, mit Alkohol und Aether aus¬ 
gewaschen, im Exsiccator getrocknet und gewogen. Der Nieder¬ 
schlag, welcher 0,077 gr. betrug, wurde in Wasser unter Zusatz 
von Natriumcarbonat gelöst und seine Giftigkeit auf woisse 
Mause geprüft. Einer weissen Maus von 18 gr. Körpergewicht 
wurde soviel der Lösung subcutan injicirt, wie 0,02 mgr. des 
Niederschlages entsprach, worauf am nächsten Tage Krank¬ 
heitssymptome hervortraten ; das Thier sass ruhig im Käfig, 
nahm keine Nahrung zu sich. Nach zwei Tagen war es todt. 
Del zweiten weissen Maus von lb,5 gr. Gewicht wurde0,01 mgr. 
des Nieder Schlages eingeimpfl; der Tod trat nach zwei Tagen 
ein. Der dritten Maus von 20 gr. Gewicht wurden 0,006 mgr. 
und einer vierten Maus von 21 gr. Gewicht 0,005 mgr. des 
Nicdei schlags subcutan injicirt. Die erste Maus ging nach 
zwei, die letzte nach fünf Jagen zu Grunde. Aus diesen 
Resultaten ergibt sich, dass das Ricin aus seinen Lösungen 
durch Nucleinsäure ausgefällt wird, ohne seine giftigen Eigen ¬ 
schaften einzubüssen. 
2. Tetanusgift. 
Bei diesen Versuchen erwies es sich als nothwendig, die 
Lösung des Giftes vor der Nucleinsäure-Fällung durch eine 
Chamberland-Kerze zu filtriren, da man sonst vor dem Vor¬ 
handensein lebender Bacillen im Niederschlage nicht sicher 
ist. Ich konnte durch Culturversuche nachwTeisen, dass, wenn 
man ohne diese Cautelen arbeitet, Tetanusbacillen, die in der 
Lösung suspendirt sind, durch den Nucleinsüure-Niedcrschlag 
in lebendem Zustand niedergerissen werden.
        

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