Bauhaus-Universität Weimar

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führte ferner Petrowsky') Bestimmungen des Cholester in 
in der weissen und grauen Substanz des Gehjrns aus, La p - 
tschinsky*) ermittelte es im Linsengewebe, Tolma- 
tscheff*) erkannte es zuerst als Bestandtheil der Milch, 
Lindenmeyer4) beobachtete, dass in den Erbsen der Chole¬ 
steringehalt mit dem Reifungsprocess zunimmt. Später erwies 
es sich als nothwendig, die allgemeine Verbreitung des Leciihins 
noch einmal festzustellen. Man hatte, zwar auf Grund völlig 
unzureichender Untersuchungen, das Auftreten des Lecithins 
in der Hefe bezweifelt und dieser Ein wand bot Hoppe- 
Soyler die Veranlassung, eine Methode änzugebcn, welche 
den Nachweis geringer Mengen von Lecithin mit Sicherheit 
ermöglicht *). 
Die Erkenntniss der physiologischen Bedeutung des Leci¬ 
ihins erhöhte das Bestreben, einen Einblick in die chemische 
Slructur dieses Körpers zu gewinnen. Wer freilich diese 
gelbe oder bräunliche Substanz von butterartiger Çonsjstenz 
als Extract thierischer oder pflanzlicher Produçte kennen 
lernte, dem musste der Versuch zur Aufklärung ihrer Con¬ 
stitution als ein sehr kühnes Vorhaben erscheinen. Auf Hoppe 
Sey 1er’s Veranlassung nahm Diakonow die Aufgabe jn 
Angriff und löste sie bereits im Jahre 1867. Der erste Schritt 
zu diesem Erfolg war die Reindarstellung des Lecithins, welches 
Gobie y als ein phosphorhaltiges Oel kennen gelehrt hatte 
Diese Reingewinnung gelang auf Grund der von Hoppe- 
So y 1er gefundenen Thatsache, dass eine Verbindung von 
Eiweiss und Lecithin existirt, welche nicht durch Aether, 
wohl aber durch warmen Alkohol zersetzt wird. Es ist also 
möglich, die Fette durch Aether völlig zu entfernen, und das in 
V erbindung mit Eiweiss zurückbleibende Lecithin mit warmem 
Alkohol aufzunehmen. Hoppe-Seyler halte das Lecithin 
nach diesem Verfahren zuerst rein und in krystallisirtem Zu- 
*) Pflug. Arch., Bd. 7, S. 367. 
2) Pflüg. Arch., Bd. 13, S. 631. 
3) Med.-chem. Unters., S. 272. 
4) Z. f. pr. Ch., 90, S. 321. 
5) Zeitschr., Bd. 3, S. 374.
        

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