Bauhaus-Universität Weimar

Ueber Benzylcystëin. 
Von 
F. Suter. 
'Au8  
(Der Redaction zugegangen am 1!». April 1895.) 
... .Vw *inig“ Zeit hat Brenzinger (Zeitschr. f. physiol. 
.Iiemie, Bd. IG, 1892, S. 562) eine Darstellungsniethodc des 
SP H 
Aethylcystëins CH, - G< - COOH beschrieben; er 
gewann diesen Körper, indem er auf die Quecksilberchlorid- 
Verbindung des Cystöins Jodäthyl in alkoholischer Ukui" 
einwirken Hess. B 
Auf Anregung von Herrn Prof. Baumann habe ich 
«he Darstellung des Benzylderivats des Cystëins nach einem 
anderen, wesentlich einfacheren Verfahren ausgeführt. 
Eine kleine Menge Cystin wurde in bekannter Weise 
«lurch Reduction mit Zinn und Salzsäure in Cystëin verwandelt. 
Die von Zinn befreite Lösung wurde zur Trockene verdunstet, 
das so erhaltene salzsaure^Cystein in wenig Wasser gelöst 
und mit etwas mehr als der äquivalenten Menge Benzylchlorid 
und Natronlauge im Ueberschuss geschüttelt. Die Reaction 
tritt schon bei gewöhnlicher Temperatur ein, und ist, wenn 
Heissig geschüttelt wird, nach 1 Stunde beendigt. 
Alan entfernt nun durch Ausschütteln mit Aether das 
nnangfiffene Benzylchlorid und säuert mit Essigsäure schwach 
an. Beim Stehen scheiden sich reichlich Krystalle von Benzyl- 
cystöin aus, die durch Umkrystallisiren aus heissem Wasser 
gereinigt werden. 
;7 h7 
Benzylcygein CIJ3C — COOH krystallisirt in 
A H j 
perlniutterglänzenden, leucinähnlichen Blättchen, die in Aether 
mal Alkohol unlöslich sind, sich aber in heissem Wasser, 
1
        

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