Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber zuckerabspaltende, phosphorhaltige Körper in Leber und Nebenniere
Person:
Manasse, Paul
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17044/7/
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Wenn ich jetzt nach der Schwefelsäure-Behandlung ,)K. 
Jecorins mit Baryumcarbonat neutralisirte, abfiltrirte und da- 
Filtrat mit salzsaurem Phenylhydrazin und essigsaurem Xutroii 
nach der Emil Fischer’ sehen Vorschrift versetzte, dreivierte! 
Stunden im Wasserbade erhitzte, erhielt ich stets den cha¬ 
rakteristischen, an Tannenzweige erinnernden Niedersclilaj 
welcher schon in der Wärme ausfiel. Derselbe bestand untn 
dem Mikroskop aus langen, gelben, in Büscheln bei einander 
liegenden Nadeln, typischen O s a z o n krystallen. Hierdurch 
war das Vorhandensein einer Zuckerart im Jecorin erwiesen 
bezw. die Möglichkeit, durch Hydrolyse einen Zucker aie 
jenem Körper abzuspalten. Um den Charakter des Zuckers 
näher zu bestimmen, wurde von den Osazonkrystallen ein. 
grössere Menge dargestellt, dieselben mit Chloroform gereinigt, 
getrocknet und auf ihren Schmelzpunkt untersucht : 
Sie schmolzen bei 203—204°. 
Dieser Schmelzpunkt (204—205) kommt nur dem Glucosa- 
zon zu, bezw. den mit ihm identischen Osazonen der Maimon* 
und der Fructose. 
Charakteristisch für Mannose ist ihr schwer lösliche- 
Phenylhydrazon. Beim Vermischen der kalten wässerigen 
Mannose-Lösung fällt das Hydrazon als krystallinischer Nieder- 
schlag aus, während die Hydrazone der übrigen Zuckerarten 
meist leicht löslich sind*). 
Bei der Behandlung unserer Substanz mit salzsaurem 
Phenylhydrazin und essigsaurem Natron konnte eine Krystalli- 
sation des Hydrazons nicht beobachtet werden, nur da- 
Osazon fiel nach dreiviertelstündigem Erwärmen regelmäßig 
aus. Also konnte der vom Jecorin abgespallene Zucker keine 
Mannose sein. Bleibt nur noch Fructose und Glucose. Da; 
Vorhandensein der ersteren in der Leber ist jedoch sehr un¬ 
wahrscheinlich, da sie mit Ausnahme beim Diabetes (Külz) 
überhaupt noch nicht im thierischen Organismus nach¬ 
gewiesen ist. 
') Meyer und Jacobson, Lelirb., Bd. I, S. 877.
        

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