Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Chemische Untersuchungen des Inhalts zweier Lymphcysten
Person:
Zeynek, Rich. von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17042/2/
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11. (Dr. Géhring.) 5 Monate altes Mädchen, das schon bei der Geburt 
nach Angabe der Eltern einen etwas grösseren Bauchumfang hatte. 
Eine Woche vor dem Aufsuchen des Spitals sei die Geschwulst be¬ 
trächtlich gewachsen. Durch Punction unterhalb des Nabels an der 
linken Körperseite wurden ca. 2l|4 1 milchiger Flüssigkeit entleert. 
Als das Kind nach etwa einem Monate wiederum in das Kranken¬ 
haus gebracht wurde, wog es 6,1 Ko. bei 63 cm. Körperlänge; es 
hatte an der Stelle der grössten Geschwulstsausdehnung, 2 Querfinger 
unter dem Nabel, einen Umfang von 52 cm. Die. Punction ergab 
ca. 1 1 Flüssigkeit von derselben Beschaffenheit wie vorher. — Das 
Kind war schwächlich, zeigte sonst nichts abnormes. ' 
Die Menge des mir übersendeten Cysteninhaltes betrug 
bei I. 2280 cbcm., die Flüssigkeit war leicht gelblich gefärbt, 
im Uebrigen milchig aussehend, hatte ein spec. Gew. = 1,014 
und reagirte auf Lacmuspapier deutlich alkalisch. Auf Zusatz 
einer Labfermentlösung erfolgte keine Gerinnung. Mit Essig¬ 
säure angesäuert und gekocht, gab die Flüssigkeit reichliche 
Coagulation; nach dem Sättigen mit schwefelsaurem Magnesium 
(verwendet 250 cbcm. Cystenflüssigkeit) trat auf Zusatz von 
wenig Essigsäure zum Filtrat ein reichlicher Niederschlag auf. 
Der durch Sättigung mit schwefelsaurem Magnesium erhaltene 
Niederschlag wurde mit Wasser aufgenommen, die Lösung 
filtrirt ; das Filtrat zeigte eine geringe Fällung beim Kochen. 
Der Niederschlag, welcher in der verdünnten Bittersalzlösung 
unlöslich geblieben war, wurde nach sorgüfltigeni Auswaschen 
der Verdauung mit 4prom. Pepsinsalzsäure durch 12 Stunden 
unterworfen, hierauf sorgfältig mit verdünnter Salzsäure, 
schliesslich mit Alkohol und Aether ausgewaschen, in einer 
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Silberschale mit Soda und Salpeter geschmolzen. In der 
Schmelze konnte mit Molybdänsäure deutlich eine Spur Phos¬ 
phorsäure nachgewiesen werden. — Die durch Sättigung mit 
schwefelsaurem Ammon ausgefällte Flüssigkeit wurde filtrirt, 
das Filtrat dialysirt, es gab nicht die Biuretreaction. Auf 
die quantitative Bestimmung der einzelnen ELweisskörper 
wurde verzichtet, da die Flüssigkeit zu einer exacten Be¬ 
stimmung derselben sich als nicht besonders geeignet erwies. 
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250 cbcm. der Flüssigkeit wurden mit dem dreifachen 
Volum Alkohol ausgefallt, das Filtrat nach dem Abdestilliren 
auf ein geringes Volum eingeengt, filtrirt und wiederum mit
        

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