Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Verhalten des bei der Pepsindigestion des Caseins abgespaltenen Pseudonucleins
Person:
Sebelien, John
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17039/6/
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lieh schnell in Lösung gehen, und nach den von G um lieh 
(ibid. S. 508) ausgeführten Futterungsversuchen scheint c> ;a 
auch, als wenn der Phosphor der Nucleïne zur Resorption 
gelangt. Ueber das Verhalten des Pseudonucleïns des Casem< 
und dessen Phosphorgehalt sind aber, so viel mir bekannt, 
keine Versuche ausgeführt. Solange keine Beweise hierüber 
vorliegen, darf man doch wohl eher den phosphorhaltigen 
Caseinbestandtheil als werthvoll für die Ernährung ansehen 
als denselben als unverdaulich und nutzlos betrachten. 
Freilich lässt diese Frage sich durch einen künstliche 
Digestionsversuch ausserhalb des Organismus nicht abmaehen, 
und die folgenden Versuche können also durchaus nicht be¬ 
anspruchen, einen Beitrag zur Lösung der Frage von der 
Resorbirbarkeit des Pseudonucleïns zu geben; aber den noch 
ist es ja nicht ohne Interesse, zu constatiren, in wiefern das 
Pseudonucleïn durch die Pancreasdigestion in alkalischer 
Flüssigkeit mehr oder weniger tiefgreifenden Zersetzungen 
unterliegt, oder ob es nur durch die alkalische Flüssigkeit 
einfach gelöst wird und nach dem Neutralismen in unver¬ 
änderter Menge wieder ausfällt. 
Wir zogen es jedoch vor, in den folgenden Versuchs- 
reihen nicht das Pseudonucleïn , sondern das Gasein direct 
mit dem pancreatischen Ferment zu digeriren. 
Das Casein wurde wie für die Pepsindigestionsversucln* 
durch wiederholtes Fällen und Lösen nach Ham mar sten 
aus frischer Kuhmilch dargestellt und durch minimalen Alkali¬ 
zusatz in Wasser gelöst. Der Gehalt der Lösung wurde be¬ 
stimmt entweder durch eine Stickstoflfbestimmung und Uiii- 
rechnen derselben auf Caseïn mit 15,67°/0 N, oder durch 
Eindampfen in einer Platinaschale, Trocknen bei 110° C. und 
Glühen des Rückstandes. 
Auch wurde der Phosphorgehalt der Lösung bestimmt 
und zwar gewöhnlich, wie oben berührt, nach Weib ul T; 
Methode durch nasse Verbrennung der im Kolben eingetrock¬ 
neten Lösung mit Schwefelsäure, zum Theil auch nach Ham- 
marsten1) durch Zerstörung mit Salpetersäure und Erhitzen 
*) Diese Zeitschr., Bd. VII, S. 257.
        

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