Bauhaus-Universität Weimar

Ferrât ins in keinem bestimmten Verhältnisse stehen. Es 
entspricht eher einem hohen Gesammteisengehalt in der Leber 
auch eine grössere Menge Eisen, das in dem vom Ferratin 
ablaufenden Filtrat gelöst ist. So z. B. Fall 23, 30 und 33. 
ln Fall 23 habe ich das Filtrat mit Alkohol gelallt und 
dann Salzsäure zugesetzt. Der entstandene Niederschlag ver¬ 
ascht, enthielt 0,0035 gr.Te, der salzsaure Alkohol 0,0411 gi\ Fe. 
) 
Es würde also der weitaus grösste Theil der mit Wasser 
extrahirbaren Eisenverbindungen in diesem Falle aus an¬ 
organischen, oder wenigstens leicht zerlegbaren organischen 
Verbindungen bestanden haben. 
Was das Verhältniss des Ferratingehaltes zur Intensität 
der mikrochemischen Reaction mit Schwetelammon atdangt, so 
scheint ein bestimmter Zusammenhang nicht zu bestehen. 
Im allgemeinen geben, wie das schon H. Quincke1) 
liervorgehoben hat, sehr viele Lebern mit Schwefelammon eine 
grünliche Färbung, die besonders an Stücken und dickeren 
Schnitten hervortritt. 
In Fall 24, 20 und 34 trat an den frischen Organen 
eine Dunkelfärbung überhaupt nicht ein, trotz langer Ein¬ 
wirkung des Schwefelammons. Die Leberstückchen behielten 
ihre braune Farbe bei, dickere Schnitte zeigten ebenfalls 
keine Grünfärbung. In gehärtetem Zustande habe ich die 
Lebern leider nicht untersucht. 
Der Eisengehalt der Lebern ist in allen diesen Fällen 
ein ziemlich geringer 0,02—0,025°/0 (oder 0,08—»0,1 °/„ der 
Trockensubstanz, diese zu 25°/0 der frischen Substanz ge¬ 
rechnet). In Fall 24 fand sich gar kein Ferratin, das Lei »er¬ 
dekokt blieb beim Zusatz von Weinsäure völlig klar und 
') H. Quincke. Zur Physiolpg. und Pathölog. des Blutes. Deutsch. 
Archiv für klin. Medicin, Bd. XXXIII, 1883, S. 38. Zaleski behauptet,, 
dass alle seine Lebern mit Schwefelammon Dunkelgrünfurbung gegeben 
hätten. Seine Untersuchungen beziehen sich indessen in der Hauptsache 
auf Thiere (bei denen die Reaction überhaupt pine intensivere ist) und“ 
nur auf 3 Menschenlebern (Menschenloetus, Anaemia perniciosa, Diabetes), 
die übrigens einen hohen Eisengehalt aulweisen. (Von ihm unausgespült 
untersucht.)
        

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