Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Verhalten einiger Chinolinderivate im thierischen Organismus
Person:
Cohn, Rudolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17018/6/
Ist nach diesen Versuchen die Möglichkeit der Gegenwart 
von Chinolin in einzelnen Destillaten auch nicht ganz von der : 
Hand zu weisen, so kann es sich doch nur um ganz minimale 
Spuren gehandelt haben. Es hat danach den Anschein, als 
pI) das Chinaldin bis auf verschwindende Reste im Hunde- 
organismus zerstört wird. 
Nachdem die Versuche beim Hunde resultatlos verlaufen 
waren, untersuchte ich das Verhalten der Substanz beim 
Kaninchen. Sie ist für diese giftig. Bei subcutaner Injection 
von 0.7 p. dosi, einmal täglich, gehen die Thiere nach einigen 
'lagen unter Auftreten einer intensiven Hämoglobinurie zu 
Grunde. Die Harnkanälchen waren vollgepfropft mit Hämo- 
glohincylindern. Geht man mit der Dosis auf die Hälfte 
la runter, so werden die Thiere nach der Injection sehr matt, 
liegen kraftlos da, erholen sich aber im Verlauf einiger Stunden 
wieder. Ich konnte so an 4 Kaninchen allmälig 22 gr. 
Chinaldin verabreichen. Nur ein Thier starb nach 12 Tagen, 
andern waren, trotz normaler Nahrungsaufnahme, zum 
hiss sehr heruntergekommen und ahgömagert. 
Die Urine wurden frisch eingedampft, mit Alkohol extra¬ 
idit. die in Wasser gelösten und mit Schwefelsäure ange- 
silierten Rückstände dieser Extracte mit Aether ausgeschüttelt. 
Beim Abdestilliren dieser Auszüge auf 50 ebem. schied sich 
Nichts aus, der letzte Aetherrückstand blieb selbst nach tage- 
langem Stehen unterm luftverdünnten Exsiccator harzig. Er 
, • - * 
wurde darauf mittelst Kalkmilch in der Kälte in das Kalksalz, 
ühergeführt, wobei nur eine geringe Menge Harz ungelöst blieb, 
•der überschüssige Kalk durch GO, entfernt; die Lösung hinter— 
licss heim Einengen einen Syrup, der keine Neigung zu kry- 
dulünischer Abscheidung zeigte. Derselbe, wurde mit der 
-ülachen Menge Alkohol verrieben, der unlösliche* Antheil 
war amorph: die alkoholische Mutterlauge wird mit Aether 
g-'lallt ; es schied sich eine amorphe Gallerte aus, die abtillrirt 
wurde. Beide Portionen werden getrocknet. Bei darauf 
voi^rnommener trockener Destillation entwickeln sich, nur 
.umnoniakalische Dämpfe, Chinolin war durch den Geruch 
nicht nachweisbar. 
Ulf 
Sri
        

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