Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss des bei der Pancreasverdauung entstehenden Leucins
Person:
Cohn, Rudolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17017/2/
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jedoch nur mit grossen Verlusten daraus rein zu isoliren \V ir 
ahtiltrirt und das nun erhaltene Filtrat mit etwa dem vier' 
tuchen Volumen Alkohol versetzt. Nach mehreren Tagen 1, J 
sich ein zähflüssiger, massiger, hauptsächlich aus Peptonen 
und Leucin bestehender Bodensatz gebildet, von dem die üfe. 
stehende Flüssigkeit klar abgegossen werden konnte; diesen,,, 
wurde auf etwa */t Btr. abdestillirt. Schon beim Destilliien 
schieden sich massenhaft, nur schwach gelblich gefärbt* 
Ki\>lalle ab, die Abscheidung ist nach mehrtägigem Stehen 
als vollendet anzusehen. Die Krystalle werden nun ahtiltrirt 
mit verdünntem, dann starkem Alkohol ausgewaschen, wieg,* 
4<) gr. Das Hitrat wird noch weiter eingeengt und wieder 
mH ‘,eni vierfachen Volumen Alkohol versetzt, nach mehreren 
Tagen die zweite Abscheidung beendet, eine dicke, an den 
AN .indou des Gefässes haftende kri stallinische Kruste. Di,* 
davon klar abgegossene Flüssigkeit wurde wiederum eingeengt 
und mit Alkohol versetzt etc., diese Prozedur im Ganzen 4 Mal 
\orgenommen, sodass ich 4 verschiedene Krystallisationeu 
erhielt, die sich als identisch erwiesen, im Ganzen einige 70 gr. 
Indessen ist die Ausbeute eine viel grössere, z. B. konnte ich 
aus den zuerst erhaltenen 80 gr. noch 20—30 gr. desselben 
Körpers ziemlich rein gewinnen. 
Am reinsten waren die ersten beiden Kristallisation, i,. 
während die späteren stark mit Pepton verunreinigt waren. 
Die Krystalle der ersten Abscheidung schmolzen in dem 
ursprünglichen Zustande bei 268°, während Pancreasleiicin 
Ix i 170 schmelzen soll. Dass es sich trotzdem hier um 
Leucin handelte, ergab sich sowohl aus dem allgemeinen Ver¬ 
halten, als aus den ausgeführten Analysen. Die Krystalle 
löstun sich leicht in Wasser, schwer in Alkohol und gaben 
ein wolkiges Sublimat unter Entwickelung von Geruch nach 
Amylamin. 
Zur weiteren Reinigung erwies es sich am geeignetsten. 
>ie zunächst aus heissom Wasser unter Thierkohlezusatz uin- 
zukiystallisiren; aus der aut geringeres Volumen emgedampften 
Lösung scheiden sich krystallinische Krusten ab, aus dem 
HItiat auf Alkoholzusatz ebenfalls Krystalle, und zw\ keglige
        

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