Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den respiratorischen Stoffwechsel im Diabetes mellitus
Person:
Weintraud, W. E. Laves
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17005/15/
Cl 7 
Wasser. Die zur Ausscheidung gekommenen Mengen von 
Aceton, Diacctsäurc und Oxybuttersäure sind in unserem Fall 
jedoch viel zu gering, als dass der Ausfall an Kohlensäure 
durch sie erklärt werden könnle. 
Es lässt siclj. also die in unseren Versuchen hervorge- 
tietene verminderte Kohlcnsäurcausscheidiing in keiner Weise 
zu Gunsten der Ebstein’sehen Theorie als Folge einer ver¬ 
minderten Kohlensäurebildung in den Geweben verwerthen 
zumal es sich ja auch nicht um eine relative, sondern um eine 
absolute Herabsetzung der Kohlensäure-Production handelt. 
Eine Erklärung für sie ist nur möglich, wenn man an¬ 
nimmt, dass kohlenstoffhaltiges Material während der Ver¬ 
suche im Organismus zurückgehalten wurde. Es ist ja auch 
nicht unwahrscheinlich, dass die reichliche Nahrung, die fin¬ 
den Kranken bei seiner gewohnten Lebensweise nicht nur zu 
Stoffwechselgleichgewicht, sondern sogar zu geringem Stoff¬ 
ansatz ausreichte, an den Versuchstagen, an welchen er absolute 
Ruhe beobachtete, eine überreichliche war, sodass Fett 
zum Ansatz kam oder gar Glykogen (ajus dem Eiweiss) auf-' 
gespeichert wurde. Die letztere Möglichkeit sei hier nur an- 
gedeutet, da weiter unten darauf zurückzukommen sein wird. 
C. Der respiratorische Quotient. 
Derselbe war in den 3 Versuchen ausserordentlich niedrig 
und betrug 0,7, 0,(317 und 0,64, was natürlich durch die relativ 
geringe Kohlensäure-Production und grosse Sauerstoflaufnahme 
bedingt war. 
Da unsere Versuchsperson seit Monaten eine kohlen- 
h yd rat freie Kost genommen, so participiren an seinem Stoff¬ 
wechsel nur Eiweiss und Feit, das gleiche Material, das auch 
Hunf?er den Kraftwechsel unterhält. Es ist klar, dass der 
respiratorische Quotient demjenigen im Hungerzustand dess- 
halb nahe stehen muss. 
Nach den vorliegenden Untersuchungen von Lehmann 
und Zuntz wird beim hungernden Menschen in vollständiger 
Ruhe der Energieumsatz am li. resp. 10. Hungcriage zu 18 
resp. 17,5 7. von Eiweiss und zu 82 resp. 81,5% voni Fett 
bestritten. In der Nahrung unseres Kranken repräsehtirt«. 
Zeit>chriit lür physiologische Chemie. XIX, i » 
r* i
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.