Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der in den Membranen der Pilze enthaltenen Bestandtheile. I. Abhandlung
Person:
Winterstein, E,
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17002/40/
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Es schien nun angezeigt, über die bei der Hydrolyse 
entstehenden Glucosen dieses Körpers Aufschluss zu gewinnen. 
Zu diesem Zwecke wurden10 gr. Substanz mit 40 gr. 65 proc. 
Schwefelsäure zusammengebracht, der hierbei entstandene 
dickflüssige Syrup nach 24 Stunden mit 1 Liter Wasser ver¬ 
setzt und die Flüssigkeit gekocht, die vermittelst Barythydrat 
von der Schwefelsäure befreite Flüssigkeit wurde vorsichtig 
auf dem Wasserbade eingeengt und der Syrup mit 95 proc. 
Alkohol ausgezogen. Der weingeistige Extract wurde zur Ver¬ 
dunstung hingestellt; nach einigen Wochen hatten sich Krystalle 
abgesetzt, welche, wiederholt aus 95 proc. Alkohol umkrystal- 
lisiit, das Verhalten des Traubenzuckers zeigten» wie aus 
folgenden Versuchsergebnissen zu schliessen ist. Eine wässrige 
Lösung, welche in 10 cbem. 0,5612 gr. enthielt, drehte nach 
î\ Stunden bei Zimmertemperatur im 200mm-Rohr 15,9°S,-V. 
nach rechts, daraus berechnet sich [a]D = -f 48,93°. Das 
specifische Drehungsvermögen reines Traubenzuckers beträgt 
in 10proc. Losung + 52,74° in verdünnterer Lösung etwas 
niedriger; die Abweichung der von mir gefundenen Zahl ist 
aber nicht so bedeutend, dass sie nicht auf eine geringe Menge 
von Nebenproduclen zurückzuführen wäre ; leider war ich 
nicht im Besitz einer grösseren Quantität Zuckers, um den¬ 
selben noch aus Aethyl- beziehungsweise Methylalkohol um- 
zu k ry stall is iren, den n erst dadurch gelingt es bekanntlich, 
ganz reine Dextrose zu erhalten. Ein Theil der erhaltenen 
Krystalle nebst dem von den Krystallen abgepressten Syrup 
oxydirte ich nach der Vorschrift von Gans und Tollens 
mit Salpetersäure, führte das OxydationSproduct in das Kalium¬ 
salz über und stellte aus letzterem das Silbersalz dar. Bei 
der Silberbestimmung in demselben erhielt ich folgendes Re¬ 
sultat: 0,0408 gr. zuckersaures Silber gaben 0,02050 gr. Ag 
— 50,03 ®/0. Das in bekannter Weise dargestellte Osazon 
schmolz bei 200,5 °. Bei der Gährung mit Hefe gaben 0,1 gr. 
Substanz 13,8 ebem. Gas, eine gleiche Quantität reinen Trauben¬ 
zuckers gab 15 cbcin. Gas.;■;--vV;/'V; tïV 
Soweit ich aus der mir zugänglichen Litteratur ersehen 
konnte, liegen keine Angaben über ein derartiges Kohlen-
        

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