Bauhaus-Universität Weimar

257] Die Ausmessung der strömenden Blutvof-umina. 253 
In jedem der Beobachlungsthiere zeigt sich das Stromvolum 
noch veränderlich, und in einzelnen Füllen so bedeutend, dass 
man zweifelhaft sein kann, ob die Schwankungen bei unver¬ 
sehrtem n. sympalhicus grösser hüllen ausfallen können. 
Aehnlichc Versucho, wie an der Carotis des Hundes, habe 
ich an der des Kaninchens, wenn auch weniger zahlreich, ange- 
slelll; ich beschranke mich darauf die gelungenste Reihe von Ku¬ 
geldrehungen vorzulegen. Bevor dien, sympathici durchschnitten 
waren, gaben drei aufeinanderfolgende Kugcldrehungen Slrom- 
volumina von 0,25, 0,28, 0,022 Cbc. in der Sccunde. — Dar¬ 
auf wurde der Nerv durchschnitten und gereizt. Nachdem die 
Reizung beendet und einige Zeit verstrichen war, wurden nun 
an dem nicht weiter veränderten Thier die Stromvolumina auf¬ 
gesucht. Sie ergaben sich aus drei Kugeln hintereinander zu 
0,66, dann in fünfundzwanzig Kugeln hintereinander zu 
hierauf aus zwei Kugeln zu 0,40 und darauf aus drei Kugeln 
0,50, wieder zu 0,50. An diesem Thier zeigte also der Strom eine 
ungewöhnliche Gleichmässigkeit, die man, wie ich glaube, ohne 
Bedenken der Durehschneidung des Nerven wird zuschreiben 
dürfen. 
Aber auch der carotische Strom des Hundes empfangt nach 
der Durchschneidung des sympathischen Halsstammes ein an¬ 
deres Geprüge, insofern als er seine Geschwindigkeit nun in¬ 
niger als vor derselben dem milllern Blutdruck anpasst. Die¬ 
ses tritt deutlich hervor in den beiden nachstehend mitgclheil- 
len Füllen. In beiden w'ar auf der untersuchten Seite der n. 
vago-sympalhicus durchschnitten und in beiden wurde vor¬ 
übergehend der milllorc Blutdruck durch Compression der 
Aorta abdominalis oberhalb der Nieren erhöht. Die Pressung 
der Aorta geschah mit dem Zeigefinger, der durch eine für ihn 
gerade passende OefTnung in den Bauchdecken hindurchgeführt 
wurde, und während der ganzen Beobachtung in der Unter¬ 
leibshöhle und zwar in der Nähe der Aorta liegen blieb. Be- 
merkenswerlher Weise prägten sich nun in der Curve dor Ge¬ 
schwindigkeit die Bewegungen, welche dor Finger ausführte 
ohne die Aorta zu comprimiren, lebhafter aus als in der des 
Drucks ; so dass während der mechanischen Reizung der Un- 
lerleibseingeweide die Geschwindigkeit in der Carotis viel be¬ 
deutender anwuchs als der Druck.
        

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