Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Eiweissfäulniss im Darm unter dem Einflusse der Milch, des Kefyrs und des Käses
Person:
Schmitz, Karl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16995/15/
liiitM ist, WH* der frische Käse, die Eiweissfüulniss in so 
hervorragender Weise zu hemmen, ja selbst aufzubeben vermag 
war nicht leicht zu geben. 
licTOfifcsic'-liliireii wir «lie Zusarmnvnsotzun^ des Kfisn\s 
vergleichen hiermit den Grad 
ihrer fäulnisshemmenden Wirkung, so füllt sofort auf, dass 
hcIi hier der grösste Gehalt an Caseïn mit dein höchsten Grad 
der lüulnisshemmonden Wirkung deckt, dass dagegen diese 
Stulle in Beziehung auf ihren Gehalt an Kohlehydraten sich 
umgekehrt verhalten. Es musste sich daher unwillkürlich der 
Gedanke auldrängen, das Caseïn für diese erwähnte Wirkung 
anzuschuldigen. 
An eine Bactérien haltende Wirkung des Caseins war ja 
ernstlich nicht zu denken. Immerhin war es von Interesse, 
lustzustellen, wie die Faces in Beziehung auf den Gehalt an 
Bactérien sich verhielten. Herr Dr. Blum, welchem ich für 
seine freundliche Unterstützung meinen verbindlichsten Dank 
>.ige, halle die Güte, mit mir einige Plattenculturen aus den 
narb längerer Käsefüllerung erzielten Füces des Hundes anzu¬ 
legen. Dit* Blatten waren schon nach 2 Tagen von Cölonien 
von Spaltpilzen dermassen übersäet, dass der Gedanke, dass 
111 dem Darme der mit Käse gefütterten Hunde Bactérien fehlen 
konnten, alsbald von der Hand zu weisen_war. Ausserdem 
lie.'s sich in den Füces nach dem Zerreiben mit Wasser ein 
deutlicher Füulnissgernch wahrnehmen und bei der Destillation 
wurden sowohl Phenol, Indol als auch besondersSkatol mittelst 
den gebräuchlichen Beactionen gefunden. 
Ks muss besonders hervorgehoben werden, dass die 
Darm entleer ungen trotz der grossen Massen von Käse, welche 
aufgenommen wurden, spärlich und in grösseren Zwischen¬ 
räumen nur alle 2— :» tage erfolgten. Die Massen waren meist 
hrllginu gelärbt und zeigten eine zähe* teste, beinahe harte Con- 
s is lenz. Durch letzten Umstand wird-es verständlich, dass die in 
demselben noch enthaltenen Spuren von aromatischen Fäulniss- 
produclen der Resorption entzogen wurden, und dass in diesen 
Massen die etwa vorhandenen Bactérien zu einer bemerkens¬ 
wert hen Thätigkeit als Fäulnisserreger nicht gelangen konnten.
        

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