Bauhaus-Universität Weimar

entsteht als das unlösliche, und hier also, wenn die bei G5# C. 
gerinnende Substanz nur von der geringen Fibrinogenmenge, 
welche die Essigsäure in Lösung gelassen hatte, hergestannnt 
war, die Trübung bei G5° C. nicht oder kaum hätte bemerk¬ 
bar sein müssen, so muss hieraus wohl gefolgert werden, dass 
nach der Füllung mit Essigsäure ausser ein wenig Fibrinogen 
auch eine bei 05° C. gerinnende Eiweisssubstanz in Lösung 
geblieben war. 
Die Vennuthung wird dadurch nahe gelegt, dass das 
Fibrinogen bei der Behandlung mit verdünnter Essigsäure, 
ebenso wie bei der Gerinnung durch Fermentwirkung oder 
durch Erhitzung auf 50° C., neben einem unlöslichen auch 
einen löslichen bei 05° C. gerinnenden Eiweissstoff liefert. 
Man müsste sich dann vorstellen, dass das unlösliche Product 
anorganischen Kalksalzen Kalk zu entlehnen im Stande ist, 
und dass also die Wirkung des Fibrinferments darauf hinaus- 
knmtneu würde, dass es das Fibrinogen spaltet und zu 
gleicher Zeit dem einen Spaltungsproduct Kalk abgibt. 
Ist diese Vorstellung richtig, so muss auch bei der Be¬ 
handlung der mit Wasser gewaschenen und in Soda gelösten 
Essigsäurelallung mit Ga Gl* nur Fibrin erhalten werden, aber 
kein Fibringlobulin. Thatsächlich fand ich im von diesem 
Fibrin befreiten Serum zwar eine sehr geringe Menge einer 
bei 52° à 54° gerinnenden Substanz, nachdem diese aber 
durch Filtrircn entfernt war, blieb die Flüssigkeit bei Weiterem 
Erhitzen, selbst bis auf 100° C., 
Leider ist es mir aber nicht möglich gewesen, diese 
Untersuchung mehr in Einzelheiten fortzusetzen. 
Wie aber auch die Antwort, welche die Weitere Forschung 
auf die von Hammarsten noch unentschieden gelassene 
Frage, ob das Fibringlobulin als ein Spaltungsproduct oder 
als eine Modifikation des Fibrinogens zu betrachten ist, geben 
wird, sein möge, jedenfalls scheint es mir unrichtig, die Be¬ 
deutung des Fibrinferments für die Gerinnung als untergeordnet 
zu bezeichnen. Wenn Lil ienfeld sagt : «Zur Erklärung des 
Gerinnungsvorganges brauchen wir also mithin nicht mehr 
den complicirten Apparat von Ferment, Serumglobulin und
        

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