Bauhaus-Universität Weimar

Diese Behauptung kann aber nur dann von entscheiden¬ 
dem Werth geachtet werden, wenn es sicher ist, dass in 
.Schmidt's Versuchen das Gewicht des Faserstoffes fehlerfrei 
bestimmt werde. Und das ist nicht der Fall. 
Die Bestimmung der aus Gerinnungsflüssigkeiten mit 
oder ohne Paraglobulinzusatz enthaltenen Fibrinmenge machte 
Schmidt in folgender Weise1) : 
Nach dem Ablauf der Gerinnung wurde das Fibrin, durch 
Umrühren mit einem Glasstab, zum Zusammenziehen gebracht, 
auf gewogenen aschefreien Filtern filtrirt, mit Wasser gewaschen 
« bis zur völligen Beseitigung aller gelösten Bestandteile der 
Flüssigkeit», mit Alkohol und Aether extrahirt, getrocknet 
und gewogen.;';. 
Diese Methode leidet, wie Hammarsten bemerkt hat*), 
an wichtigen Fehlerquellen. Wird, nach dem Ablauf der Ge¬ 
rinnung das Fibrin mit einem Glasstab umgerührt, so tritt 
zwar gewöhnlich eine starke Contraction der Gallerte ein, aber 
dennoch bleibt die Gallerte ziemlich weich, und sicher äusserst 
schwierig durch Auswaschen mit Wasser von den wasser¬ 
löslichen Beimengungen zu befreien. Wenn es aber Schmidt 
auch gelungen sein dürfte, aus dem Faserstoff alle in Wasser 
löslichen Salze zu entfernen, so blieb das Fibrin doch sicher 
mit dem in Wasser unlöslichen Paraglobulin verunreinigt. Zur 
ßeseit igung des Paraglobulins sollte mit Salzlösung ausgewaschen 
sein. Es war desshalb im Voraus zu erwarten, dass Schmidt 
das Gewicht seiner Gerinnsel grösser finden müsste, je nach¬ 
dem er der Flüssigkeit mehr Paraglobulin zugesetzt hatte, 
eben weil auch aus der paraglobulinreicheren Mischling mehr 
von dieser Substanz in das Gerinnsel eingeschlossen wurde. 
Ham marsten begnügte sich denn auch nicht mit der 
spontanen Zusammenziehung des Fibrins, sondern machte das 
Auswaschen des Faserstoffs unter anhaltendem kräftigem Kneten 
mit einer Spatel3). 
*) Pl‘lüger\s Archiv, Bd. XI, S. 3:21. 
a) Nova Acta Reg. £oc. Ups., Ser. III, Vol.'X. S. 1^5. 
) Nova Acta, S. 59.. '■
        

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