Bauhaus-Universität Weimar

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säure. Der von uns erhaltene Zucker war also zweifellos 
(îal a c l o s e.' 
Dass die Zelllaser der blauen Lupine auch ein Pen- 
1 osa n enthält, ist aus dein Resultat einer nach dem Ver¬ 
fahren von de Ghalmot und Tollens aüsgeführten Fur- 
furolbestiminung (vergl. w. u.} .zu schlossen. Demgemäss 
schloss das bei Hydrolyse der Ilemicelhilosen erhaltene Glu¬ 
cosegemenge eine Pentose ein: als ich jenes Gemenge mit 
wenig heissem Weingeist behandelte und die dabei résul¬ 
ta rende Flüssigkeit über Schwefelsäure verdunsten liess, erhielt 
ich ein krystallisirtes Zuckerpräparat, welches mit Phloro- 
glucin und Salzsäure die Reaction der Pentosen gab, aber 
hegreiflicher Weise auch Galactose enthielt. Ohne Zweifel 
entstand bei der Hydrolyse der llemieellulosen die Galac¬ 
tose in weit grosserer Quantität als die Pentose; ich habe 
die letztere daher auch nicht rein darslellen können, während 
es keine Schwierigkeit hatte, die Galactose durch Uinkrystal- 
lisiren von der Pentose zu befreien. 
Dass die Substanzen, welche im vorliegenden Falle bei 
der Hydrolyse Galactose und eine Pentose lieferten, Zellwand- 
beslandtheile sind, ist nach einer von Herrn Dr. Pfister auf 
mein Ersuchen ausgeführten mikroskopischen Untersuchung 
zweifellos. Rer bei Behandlung der entschälten Und zer¬ 
kleinerten Lupinen-Samen mit Aether und verdünnter Natron¬ 
lauge* verbleibende Rückstand, welcher beim Kochen mit 
Säure jene Glucosen liefert, besteht nach der mikroskopischen 
Untersuchung aus Zellhäuten und etwas Proteïnsubstanz. Es 
liess sich ferner unter dem Mikroskop Nachweisen, dass die 
aus diesem Rückstand durch heisse verdünnte Schwefelsäure in 
Lösung zu bringende Substanz hauptsächlich oder vielleicht sogar 
ausschliesslich die Verdickungsschichten der Zell Wandungen der 
(lolyledonen bildet. 
Im Verein mit den schon länger bekannten Thatsachen 
geben die im Vorigen gemachten Mittheilungen einen Beweis 
für die grosse Verbreitung der Hemicellulosen,- d. h. also 
der durch heisse verdünnte Mineralsäuren unter Glucosebildung 
leicht in Lösung zu bringenden Zellwandbestandtheile, in den
        

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