Bauhaus-Universität Weimar

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Frage bcinicsseii : demi jene Producte sind löslich in Wasser 
und demnach als Urn \vandlungsproduete «1er Herni- 
cellu Losen zu betrachten. Es musste aber als sehr wohl möglich 
angesehen werden, dass die llemicellulosen in ihrer ursprüng¬ 
lichen Besrliuflonlioit sieh mit Jod und Schwefelsäure oder 
Chlorzinkjod färben, während ihre Umwandhmgsproduete ein 
anderes Verhallen zeigen. 
* Für die letztere Annahme schein! eine Beobachtung v\\ 
sprechen, welche wir an dein aus den ontschälten Samen 
der blauen Lupine dargesteilten Zellfaserpräparat machten. 
Wie früher von uns mitgetheilt worden ist, enthielt dieses 
Präparat neben etwas Protein und etwas Asche 80—85° ( 
llemicellulose und nur ungefähr 4°/0 Cellulose. Wie verhält 
sich nun dieses Präparat gegen die Jodreagentien ? So¬ 
wohl nach unseren eigenen Beobachtungen als nach einem 
von Herrn Prof. C. Cramer auf meine Bitte ausgeführt eu 
Versuche färbt sich dasselbe mit Jod und Schwefelsäure sowie 
mit Chlorzinkjod lebhaft blau ’). Allerdings ist die Färbung 
nicht so intensiv, wie diejenige, welche ein reines Cellulose- 
Präparat bei gleicher Behandlung annimmt. Letzteres kann 
aber auch nicht anders sein, denn das erstere Präparat quillt 
in Flüssigkeiten so stark auf, dass es sein Volumen um das 
Mehrfache vergrössert. Da dieses Präparat eine, wenn auch 
geringe Menge von Cellulose einschliesst, so sind die mit dem¬ 
selben vorgenommenen Versuche nicht völlig entscheidend in 
dieser Frage; aber es kann doch kaum für wahrscheinlich 
erklärt werden, dass jene geringe Cellulose - Menge eine so 
starke Blaufärbung bedingt, wie sie bei diesem Präparat ein- 
Iritt : es scheint demnach auch die llemicellulose durch di» 
zur Anwendung gelangten Keagentien gefärbt zu werden. 
’) Alb*i*iliUfrs erscheinen einige Partikehhen.-des Präparats narh der 
IVehaivtiltiiig inii Glilurzinkjo»! oder Jod und Schwefelsäure unter dem 
Mikroskop misstating; dies erklärt sieh aber daraus, dass das Präparat noch 
ongofähr 7 "fo Proli-mstolTe »*nthielt (vgl. oben). Dass «1er ProteïngehnH »1 i< 
lisache jener Erscheinung war. geht daraus hervor, dass dieselbe lei 
;eiuer zuvor mit kalter iP^proe. Natronlauge behandelten Drohe dés 
Piäparak in viel geringerem tirade auf!rat.
        

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