Volltext: Zur Kenntniss der Nucleoproteide (19)

Italien nicht dem Pankreasproteide allein, sondern auch anderen 
Nuclemsubstanzen zukommt, ist schon an und fur sich wahr¬ 
scheinlich und es lasst sich direct beweisen. Ich habe nämlich, 
wie Eingangs erwähnt wurde, auch aus der Milchdrüse ein 
Nucleoproteïd isoliren können, welches beim Sieden mit Ver¬ 
dünnter Mineral säure eine reducirende Substanz liefert. Auch 
in diesem Falle ist es mir gelungen, ein krvstallisirendes 
Osazon (larzustellen.. 1 
Das nun hinsichtlich seiner Zersetzungsproducte von 
mir besprochene Nucleoproteïd kommt übrigens nicht in der 
Drüse vorgebildet vor. Es entsteht vielmehr beirrTàeden der 
Drüse mit Wasser durch Zersetzung einer anderen weit mehr 
komplicirten Nucleinsubslanz, die in der Drüse <vorkommt. 
Dieses letztere Proteid, welches ich der Kürze halter einfach 
als Proteid a bezeichne, spaltet sich nämlich, wenn seine 
Lösung in Wasser gekocht wird, in coaguürtes Eiweiss und 
das oben besprochene Proteid, welches ich Proteid ß nenne. 
Dies ist der Grund, warum das Proteid ß nach dem obigen 
Verfahren durch Sieden der Drüse mit Wasser gewonnen 
werden kann. Hierbei spaltet sich nämlich das Proteid « in 
geronnenes Eiweiss und das Proteid ß, welches als Alkali Ver¬ 
bindung in dem Filtrate gelöst bleibt und daraus dureh Säure- 
zusatz gelallt werden kann Das a-Proteid gehört also zu den 
hochcomplicirten Nucleoproteiden, welche von verschiedenen 
Forschern als Gewebefibrinogen (Wooldridge), Cellfibrinogen 
(Wright), Gytoglobin und Präglobulin (Alex. Schmidt), 
Nucleohiston (Rossel und Lilienfeld), Cellglobulin (Halli¬ 
burton) und Nucleoalbumin (P ekel ha ring) beschrieben 
worden sind. Das ß-Proteid steht dagegen dem echten Nuclein 
sehr' nahe* 
Man kann nun fragen, warum ich das Proteid ß, Welches 
ja nur ein Spaltungsproduct ist, und nicht die Müttersubstanz 
desselben, das Proteid a, studirt habe. Hierzu kann ich 
Folgendes antworten. Da es vor Allem daran lag, die nicht 
ei weissartigen Spaltungsproducte des Proteïdes zu studiren, 
war es selbstverständlich einfacher und besser, ein eiweiss- 
ärmeres Material als Ausgangspunkt für die Untersuchung zu
	        
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