Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vergleichende Untersuchungen über den Chemismus im Herz- und Körpermuskel
Person:
Boruttau, Heinrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16967/11/
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Sauerstoff». Die Verbrennung, welche Energie freiwerden 
lässt, ist eine Abspaltung der oxydiiten Seitenketten, welcher 
die «Regeneration» durch Aufnahme neuer oxydirbarer, sowie 
von Sauerstoff in das Molecül nachfolgt. 
Auf einem ähnlichen Vorgänge abwechselnder intramole- 
cularer Oxydation beruhen wahrscheinlich, wie Hoppe-Seyler 
schon sehr lange angegeben hat, viele Wirkungen, welche 
durch Enzyme hervorgebracht werden. Da man die Wirkungen 
der (protoplasmatischen, « organisirten » Fermente) mit Hoppe- 
Seyler ebenso erklärt, so redet man jetzt wohl kurzweg von 
der « Fermenttheorie ». 
Dass der Körper, welcher die Umwandlung des Glykogens 
in Zucker (und vielleicht dessen weitere Oxydation) bewirkt, 
eiweissartiger Natur ist, wurde oben als wahrscheinlich be¬ 
zeichnet. Ob eine Verbindung des Glykogens mit demselben 
erst hierbei eintritt, oder das Glykogen schon durch eine 
solche entsteht und dieselbe im lebenden Organismus dauernd 
statt hat und nur durch unsere Darstellungsmethoden gelöst 
wird, ist wohl nicht leicht zu entscheiden. 
Ich fasse schliesslich die thatsächlichen Ergebnisse meiner 
Versuche zusammen: 
1. Der Glykogengehalt des Herzmuskels vermindert sich 
nach dem Tode unter den gleichen Bedingungen rascher, 
bez.in höherem Maasse, als derjenige des Körpermuskels. 
2. Der Herzmuskel, bez. sein wässeriges Extract, ver¬ 
wandelt zugesetztes Glykogen unter den gleichen Be¬ 
dingungen schneller in Zucker, als der Körpermuskel, 
bez. dessen Extract. 
3. Der Glykogengehalt des lebendfrischen Herzmuskels 
dürfte demjenigen des Adductormuskels ungefähr gleich¬ 
kommen. 
Nimmt man an, dass der lebende, thätige Herzmuskel ein 
gleiches Verhalten zeigt, wie der «überlebende», und sucht man 
nach einer Beziehung zu der Eingangs erwähnten functioneilen 
Eigenschaft dieses Organs, so könnte man die gefundene That- 
sache so erklären, dass mit der beständigen rhythmischen 
Thätigkeit ein besonders rascher Glykogenverbrauch, und
        

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