Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Chemische Untersuchungen über die Mineralstoffe der Knochen und Zähne
Person:
Gabriel, S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16952/22/
Luftstrom zur Rothgluth erhitzte und die entweichenden 
Wasserdämpfe im gewogenen Chlorcalciumrohr auffing. Ausser¬ 
dem ermittelte ich stets den Gewichtsverlust, welchen die 
Substanz beim Erhitzen zur Weissgluth (über dem Gebläse) 
erlitt. Bei dieser hohen Temperatur entweicht sowohl Kohlen¬ 
säure als Wasser. Die Identität der hierbei erhaltenen Werthe 
mit der Summe von Kohlensäure und Wasser war eine Con- 
trolle für die Richtigkeit der ausgeführten Bestimmungen. 
Ueber das Fluor ist bereits früher das Nöthige gesagt 
worden. Die Glycerinasche enthält nicht mehr Fluor als die 
Glühasche; ein Verlust an diesem Element tritt demnach beim 
Einäschern nicht ein. 
Von sonstigen bemerkenswerthen Bestandteilen waren 
in der Glycerinasche Chlor, Kali und Natron aufzufinden. — 
H e i n t z (17) hat die Anwesenheit des Chlors in den gereinigten 
Knochen entschieden in Abrede gestellt. Zalesky (20) da¬ 
gegen hat diesen Stoff als integrirenden Bestandteil der 
Knochenasche erkannt. Das Vorkommen von Chlor in der 
Glycerinasche schliesst jeden Zweifel an der Richtigkeit dieser 
Anschauung aus. 
Die Alkalien sind meines Wissens bisher in der Knochen¬ 
asche gar nicht gesucht worden. Da wo man sie fand, be¬ 
trachtete man sie als durch die Ernährungsflüssigkeiten des 
Knochengewebes bedingte Verunreinigungen. Der constante 
und keineswegs geringfügige Gehalt der Glycerinasche an Kali 
und Natron liefert den unzweideutigen Beweis, dass auch diese 
Basen an der Zusammensetzung der Knochenasche wesent- 
lichen Antheil nehmen. 
Das Vorkommen der zuletzt genannten drei Stoffe ist 
auch in anderer Hinsicht interessant. Wenn Chlor, Kali und 
. Natron der lösenden Wirkung des Glycerins und Wassers 
widerstehn, so beweist dieser Umstand, dass die Verkettung 
der einzelnen Be&tandtheile des Knochenphosphats eine un- 
gemein feste sein muss; wir haben daher um so weniger zu 
fürchten, dass die von uns angewandte Extractionsmethode 
an dem Gleichgewichtszustände des Phosphat-Moleküls irgend 
etwas Wesentliches ändert.
        

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