Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchung der Proteinsubstanzen in den lichtbrechende Medien des Auges. II
Person:
Mörner, Carl Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16950/6/
Die Füllung wurde in sehr verdünntem Alkali gelöst 
und wieder mit Essigsäure ausgefallt, um zuletzt, nachdem 
sie auf dem Filter gewaschen war, theils durch Behandlung 
mit Alkohol und Aether zur quantitativen Analyse vorbereitet 
zu werden, theils für qualitative Prüfung in dest, Wasser 
unter möglichst wenigem Alkalizusatz gelöst zu werden. Hierbei 
erhielt ich eine klare, neutral reagirende Lösung, die niemals 
schleimig oder fadenziehend, höchstens bei massiger Concen¬ 
tration mehr oder weniger dickflüssig war und die bei quali¬ 
tativer Prüfung folgende Eigenschaften aufwies. 
Beim Aufkochen nach oder ohne Kochsalzzusatz wurde 
niemals eine Trübung bemerkt; die Flüssigkeit verblieb klar 
oder nahm zuweilen eine geringe Opalescenz an. 
Durch sowohl organische wie unorganische Säuren, fast 
ohne Ausnahme, wurde das Mukoid in feinen, undurchsich¬ 
tigen Flocken ausgeschieden, welche in einem Ueberschuss 
von unorganischen Säuren gelöst werden konnten, ohne bei 
einem weiteren Ueberschuss wieder auszufallen, in einem 
Ueberschuss von organischen Säuren dagegen sehr schwer 
löslich waren. Besonders möchte ich hervorheben, dass die 
Lösung durch Gerbsäure gefällt wird. Ein Zusatz von Neutral¬ 
salzen , wie z. B. Kochsalz, Natriumacetat, Ferrocyankatium, 
verhindert die Fällung vollständig und vermag die Fällungen, 
die mit Säuren hervorgebracht sind, wieder zu lösen. Die 
mit einer Säure ausgefällte und durch Waschen von der Säure 
befreite Substanz reagirt deutlich sauer, ist in Wässer un¬ 
löslich, aber wird mit Leichtigkeit selbst in äusserst verdünnter 
alkalischer Flüssigkeit, z. B. in 0,005 proc. Kalilauge, gelöst. 
Mit mehreren Metallsalzen gibt die Lösung der Substanz 
eine voluminöse, grobflockige Fällung, z. B. mit Zinnchlorür, 
Platinachlorid, Merkuronitrat, Kupfersulphat,, basischem Blei¬ 
acetat, Eisenchlorid, Alaun ; von anderen wird sie nicht ge¬ 
fällt, wie von Silbernitrat, Quecksilberchlorid und neutralem 
Bleiacetat. 
Beim Erwärmen mit Millon’s Reagens, A damcie wie’s 
Reagens, Salpetersäure, concentr. Salzsäure wurden dieselben 
Farbereactionen erhalten, die den Eiweisskörpern zukommen,
        

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