Bauhaus-Universität Weimar

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grosser Menge, wie bei Chlorose üblich ist, eingeführt werden, 
eine antiseptische, Bakterien - tödtende Wirkung äusüben 
könnten, dadurch den Fäulnissprocess im Darmkanal ver¬ 
mindernd eine allzuschnelle Zersetzung hindern, und auf 
diese Weise einen Schutz für die empfindlichen organischen 
Eisenverbindungen bilden könnten. 
Die Möglichkeit hierzu hat Bunge flüchtig angedeutet, 
indem er die ganz besonders kräftige Wirkung der Eisenmittel' 
bei Chlorose betont, bei welcher Krankheit man annehmen 
kann, dass die Salzsäure — «das normale Antrsepticum » — in¬ 
folge von complicirenden katarrhalischen Zuständen der Magen¬ 
schleimhaut, wie es scheint, in subnormaler Menge auftritt. 
Weini man sich also in der Hauptsache auf Bunfe’s 
Annahmen stützt, hat man zunächst zwei'Wirkungsarten der 
Eisensalze im Darm in Betracht zu ziehen, jede für sich oder 
beide einander unterstützend. , f ' 
Entweder üben sie eine allgemein antiseptische 
Wirkung aus, indem sie einen allzuweitgehenden bakteritischen 
Zersetzungsprocess auf die Norm zurückzuführen vermögen, 
dadurch die Gefahr einer direct durch die Bakterien hervor¬ 
gebrachten Zersetzung der organischen üjisenverbindungen 
vermindernd, wie sie auch einer hypernormalen Bildung von 
1 Schwefelwasserstoff, der dem «organischen Eisen» so ge¬ 
fährlich ist, zuvorkommen; oder sie vermögen nicht den 
Zersetzungsprocess als solchen und die damit verbundene 
Entstehung von Schwefelwasserstoff einzuschränken (üben 
keine antiseptische Wirkung aus), wohl aber können sie un¬ 
mittelbar, je nachdem bei der Fäulniss Schwefelwasserstoff 
entsteht, mit demselben unschädlichen Schwefeleisen bilden.. 
Die Frage kann also in diese Form zusammengefasst 
werden : üben die Eisensalze einen hemmenden Einfluss auf 
den Fäulnissprocess im Darm aus, sind sie, mit anderen Worten, 
in diesem Fall als Antiseptica zu betrachten — oder ist dies 
nicht der Fall? Da diese Frage in Bunge’s Untersuchung 
unbeantwortet gelassen ist, und dieselbe, so viel ich weiss, auch 
von anderer Seite nicht erörtert worden ist, habe ich es ver¬ 
sucht, durch directe Experimente zu ihrer Lösung beizutragen.
        

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