Bauhaus-Universität Weimar

Ueber den Zucker in den Muskeln. 
Von 
l. r 
A. Fanormoff, Piivatdocent an der Universität Kasan. 
(Der Redaction zugeRangen am 11. Januar 1893.) 
Durch dir Untersuchungen von Cramer') und mir* *) 
ist cs erwiesen, dass sich das Glycogen in den Muskeln nach 
dem Tode ebenso verhält wie in der Leber, d. h. eine 
dauernde Abnahme desselben eintritt. Es entsteht nun di. 
trage, ob sich dieser Parallelismus zwischen dem Leber¬ 
und Muskelglycogcn iij ihrem physiologischen Verhalten auch 
wcilpi verfolgen lässt, ob also das Glycogen in den Muskeln 
ebenso wie in der Leber in Traubenzucker übergeht. Diese 
Frage ist verschieden beantwortet Worden, Nach Cl. Bernard’) 
und Tichonowitsch1) bildet sich in den Muskeln kein 
Zucker, nach Meissner') ist in den Muskeln eine besondere 
Art von Zucker enthalten, der gährungsfähig, vom Trauben¬ 
zucker aber durch geringere Löslichkeit in Alkohol und di, 
Unfähigkeit mit Na CI eine krystallisirte Verbindung zugeben, 
unterscheidet. Dieser Zucker ist in reinem Zustande nicht 
erhalten worden. Ranke«) bestätigt die Angabe, dass im 
/) Zeitschrift für Biologie 1887, Bd. 24. V 
,, n zu den Protokollen der Sitzungen der Natnrforschenden 
Gesellschaft der Universität Kas^n, No. 119. V 
C Vor,esun^n ftb“r den Diabetes. Deutsch Von A. Pösrier 187S 
*Jhl. . ’ 
.1 der Bildung der Kohlehydrate. Charkow 180G. 
2 Nachrichten von der Universität z« Göttingen, 1861 und 1892. 
^ ) 1 etanus, Leipzig 1865. S. 170.
        

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