Bauhaus-Universität Weimar

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H Cystins ins Auge fassen, so sehen wir, dass das Cystin vom 
Tetramethylendiamin nur durch je zwei Mollecülen COf und 
dem Gehalt an S sich unterscheidet. 
Durch einen Reductionsprocess könnte sich* z. B. unter 
Spaltung \on COs und H4S aus dem Cystin Tetramethylen¬ 
diamin bilden. 
Dass die Fütterungsversuche mit Cystin bei Hunden ein 
solches Resultat nicht ergeben haben, sondern nur eine Ver¬ 
mehrung der Schwefelsaurenausscheidung, beweisst nicht, 
dass die Anwesenheit im Darm besonderer Mikroorganismen, 
w elche meine Impfungsversuche sehr wahrscheinlich machen] 
eine solche Spaltung bewirken können. 
Mit dieser Hypothese steht ferner auch in Widerspruch 
die Thatsaehe, dass v. Udränszky und Baumann1) in 
den Darmentleerungen des Cystinpatienten kein Cystin fanden. 
Ich will desshalb gar nicld verkennen, dass die von mir an- 
gestellfe Hypothese noch durchaus einer weiteren Be¬ 
gründung bedarf. 
6. 
i 
Wenn ich jetzt die Ergebnisse obiger Versuche kurz 
zusammenfasse, so kann ich folgende Thatsacheh feststellen: 
1. In dem späteren Verlauf der Cystinurie wird nur 
Tetramethylendiamin gebildet. 
2. Das Darreichen \on Napfkäse erzeugt bei Diaminurie 
keine Verminderung, sondern eher eine Steigerung 
der Production von Diamine. 
3. Die Ernährung mit Kohlehydraten dagegen ' mindert 
sehr stark die Diaminbildung. ; ^ 
4. Die Impfung von Nährflüssigkeiten mit Fäees des 
Diaminkranken steigert in solchen Fäülnissversuchen 
die Entstehung von Ptomainen. 
•). Bei nicht geimpften Flüssigkeiten hindert der Luftab¬ 
schluss während der ersten Tage die Bildung der Diamine 
(während 4 Tagen in den angestellten Versuchen). 
Freiburg i. B., den 9. Januar 1893. 
■') v. 1 dranszky und Baumann. 1. c., S. 5! *4.
        

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