Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Constitution des Leucins
Person:
Schulze, E. A. Likiernik
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16917/5/
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überschüssiger Salzsäure nach und nach in Lösung ging; doch 
blieben an der Oberfläche der Flüssigkeit dunkle ölige Tropfen, 
welche auch bei sehr langem Kochen mit Salzsäure nieht 
verschwanden. Wir beseitigten dieselben durch Filtration 
Das Filtrat wurde unter öfterem HsO-Zusatz im Wasserbade 
ungedämpft, um die Salzsäure so weit als möglich zu ver¬ 
jagen; zur völligen Entchlorung behandelten wir die Flüssig¬ 
keit sodann mit Bleioxydhydrat und schliesslich noch mit 
Silberoxyd. Aus der mittelst Schwefelwasserstoffs vom ge¬ 
lösten Blei und Silber befreiten Lösung krystallisirte beim 
Eindunsten die a-Amidoisobutylessigsäure aus. Sie 
wurde durch Umkrystallisiren aus Weingeist, welchem etwas 
Ammoniakflüssigkeit zugesetzt war, gereinigt. 
Die in dieser Weise dargestellte ♦optisch unwirksame 
Amidosäure war im Aussehen dem inactiven Leucin 
täuschend ähnlich. Um ihre Löslichkeit in Wasser zu be¬ 
stimmen , wurde ein Quantum der Krystallo mit einer zur 
völligen Lösung unzureichenden Wassermenge imter häufigem 
Umschütteln 1-2 Tage lang bei gewöhnlicher Temperatur 
in Berührung gelassen. Von der filtrirten Lösung wurde ein 
fheil in einem kleinen, mit Stöpsel versehenen Glasgefass 
abgewogen und sodann in einem gewogenen Platinschälchen 
im Wasserbade eingedunstet, der Rückstand bei 100—105° 
getrocknet und gewogen (in der gleichen Weise sind alle 
später aufgeführten Löslichkeitsbestimmungen gemacht worden). 
Wir erhielten folgendes Resultat: 11,8624 gr. Lösung, dar- ' 
gestellt bei 15°, lieferten 0,1110 gr. Rückstand. 1 Th. Substanz 
hatte also bei 15° 105,9 Th. Wasser zur Lösung bedurft. 
,.. .. î*u.fner 0- c-) fand für die gleiche Amidosäure eine 
Loshchke.1 von 1 :117,5 bei 12°. Die nicht sehr beträcht- 
hche Differenz erklärt sich thcilweise wohl schon daraus, dass 
üfner die Lösung bei einem etwas geringeren Wärme¬ 
grad hergestellt hat; unter diesen Umständen ist auf dieselbe 
kein grosses Gewicht zu legen. Denn der Eine von uns1) hat 
gezeigt, dass sehr geringe Verunreinigungen die Löslichkeit 
---- c . 
*) Diese Zeitschrift, Bd. 9, S. 254.
        

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