Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Constitution des Leucins
Person:
Schulze, E. A. Likiernik
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16917/16/
geführt wurde. Eine Löslichkcitsbestimmung gab folgendes 
Resultat: 
7,702 gr. Lösung (dargestellt bei 22°) gaben 0,0927 gr. 
Rückstand. Dies entspricht einer Löslichkeit von 1 : 83,0 
ein Resultat, welches dem für das früher untersuchte Präparat 
gleicher Art gefundenen nahe liegt. 
Auch auf dieses Product Hessen wir nun Pénicillium 
glaucum unter den früher angegebenen Versuchsbedingungeil 
einwirken. Nach 12 wöchentlicher Dauer des Versuchs wurde 
der Pilz durch Filtration entfernt, die Flüssigkeit in\ler früher be¬ 
schriebenen Weise verarbeitet und die dabei resultirende Amido- 
säure nach bekanntem Verfahren gereinigt. Die Untersuchung 
derselben im Poiarisationsapparat gab folgendes Resultat: Eine 
Lösung in 20 procentiger Salzsäure, welche in 10 ebem. 0,423 gr. 
wasserfreie Substanz enthielt, drehte bei 170 C. im 200 mm.-Rohr 
5,4° S.-V. nach links. Daraus berechnet sich [a]D = —22,1°. 
Dieses. »Product zeigte also ein etwas schwächeres 
Drehungsvermögen, als die activen Substanzen, welche die v 
aus Gährungscapronsäure dargestellte a-Amidosäure in den 
früher beschriebenen Versuchen lieferte. Vielleicht war dem¬ 
selben noch etwas von der inactiven Amidosäure beigemengt, ; 
was ja in solchen Versuchen hin *und wieder vorkommt. Wir 
hätten darüber Aufschluss bekommen können, indem wir den 
Versuch mit Pénicillium wiederholten. Letzteres erschien aber 
desshalb unnöthig, weil das oben mitgetheilte Resultat schon 
für sich allein beweisend ist. . Denn es ist ja klar, dass eine 
Amidosäure, welche die Structur unseres inactiven Leucins 
besass, bei der Einwirkung von Pénicillium glaucum nicht 
ein actives Product von so hohem Drehungsvermögen liefern 
konnte; es ist demnach zweifellos, dass auch die aus ge¬ 
reinigter Gährungscapronsäure gewonnene a-Amidosäure ver¬ 
schieden von dem aus Conglutin dargestellten Leucin ist. 
Eine Stütze für diese Schlussfolgerung gibt auch die 
Differenz, welche sich in der Löslichkeit dieser beiden Sub¬ 
stanzen zeigte1). 
*) Wie aus den w. o. von uns gemachten Angaben zu ersehen ist, 
fanden wir für das aus Conglutin dargestellte inactive Leucin eine Lös* ;:.y:.V
        

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