Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge zur Kenntnis* der Nueleinbasen. 
(Au* der chemischen Abtheilung des physiologischen Instituts zn Berlin.) 
(Per Redaction zugegangen am 14. November 1892.) 
Die neueren eingehenden Untersuchungen über das 
Adenin und das Hypoxanthin haben zur Folge gehabt, dass 
man von diesen beiden Basen zur Zeit in manchen Punkten 
eine bessere Kenntniss besitzt, als von den weit länger be¬ 
kannten Schwesterbasen, dem Guanin und dem Xanthin. 
Einerseits sind eine Menge chemischer Verbindungen vom 
Adenin und Hypoxanthin dargestellt worden, wie solche von 
den beiden Schwesterbasen bisher nicht bekannt waren; 
andererseits haben die Untersuchungen von Bruhns') sich 
auch specie« mit der Ausarbeitung einer Methode zur quan¬ 
titativen Bestimmung der beiden Basen befasst, und ist es 
ihm gelungen, einen Weg ausfindig zu machen, der eine scharfe 
quantitative Trennung beider Basen ermöglicht. Für das 
Guanin und das Xanthin existirt eine derartige Bestimmungs¬ 
methode nicht. Die Auffindung einer solchen muss natürlich 
für die physiologische Chemie von grossem Wertlie sein, zumal 
wenn sie eine derartige ist, dass sie nicht allein das Guanin 
und Xanthin berücksichtigt, sondern auch das Adenin und 
H y poxanthin, also eine quantitative Trennung und IWimmMn|. 
der vier Nueleinbasen möglich macht. 
- ' Meine im Folgenden beschriebenen Untersuchungen 
liefern einerseits einen Beitrag zur Kenntniss des Guanins, 
andererseits einiges Material für die quantitative Bestimmung 
und Trennung der Nueleinbasen. 
’) Diese Zeitschrift, Btf. 14, S. 538.'
        

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