Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die mikrochemische Localisation des Phosphors
Person:
Lilienfeld, L. A. Monti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16909/2/
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mussten wir von vornherein erwarten, dass die in den Gewebs- 
theilen enthaltene Phosphorsaure in verschiedener Weise reagirt, 
je nachdem sie als Phosphat oder in organischer Bindung 
(Lecithin, Protagon, Nucleïn, Paranucleïn) vorhanden ist. 
Wir benutzten das molybdänsaure Ammoniak, welches 
mit phosphorsauren Salzen in salpetersaurer Lösung einen 
sich ziemlich schnell entwickelnden Niederschlag bildet, hin¬ 
gegen mit Anhydridformen der Phosphorsäure oder mit 
organischen Verbindungen derselben nur dann eine Fällung 
gibt, wenn sich aus denselben Orthophosphorsäure abge¬ 
spalten hat. 
Wenn man einen phosphorsäurehaltigen Gewebstheil in 
eine salpetersaure Lösung von Ammoniummolybdat legt, so 
wird die Molybdänsäure an denjenigen Stellen, wo sich 
Phosphorsäure befindet, niedergeschlagen. Der entstehende 
Niederschlag ist gelb, also nicht ohne Weiteres wahrnehmbar: 
er muss erst durch eine chemische Reaction iii einen gefärbten 
Körper verwandelt werden. Als eine derartige Reaction, be¬ 
nutzten wir die Reduction, welche bekanntlich aus der 
Molybdänsäure blau gefärbte, niedere Oxyde bildet*). 
Wir versuchten es mit verschiedenen Reductionsmitteln. 
Zu diesem Behufe legten wir die Gewebsstücke in Ammonium¬ 
molybdat, wuschen sie mit Wasser aus und brachten sie 
dann in das Reductionsmittel. Die Alkaloide, welche bekannter- 
massen mit Ammoniummolybdat in schwefelsäurehaltiger Lösung 
Farbenreactionen geben, erwiesen sich für uns als unbrauchbar ; 
nachher versuchen wir es mit Zinnchlorür und Eisenvitriol; 
beide geben zwar eine grüne oder blaue Färbung, welche 
aber für vorliegende Zwecke zu schwach ist. Etwas bessere 
Resultate bekamen wir mit Gerbsäure und ,dic besten und 
bewegendsten mit Pyrogallol, welches uns nie im Stiche liess 
und immer klare und intensive Bilder gab. Das Pyrogallol 
gibt schon im Reagensglase mit Phosphormolybdänsäure eine 
intensiv braune bis schwarze Färbung, wobei niedere Molybdän¬ 
oxyde entstehen. 
*) Stahl, Molybdänsäure, als Farbreagens auf gewisse aromatische 
Oxydkörper, Périclité d. deutsch, ehern. Gesellschaft. No. 9, 1892..
        

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