Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die mikrochemische Localisation des Phosphors
Person:
Lilienfeld, L. A. Monti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16909/15/
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Zum Schlüsse wollen wir noch auf einen Gedanken hin^ 
weisen, welcher sich uns bei der Sichtung unserer Resultate 
aufdrängte. Wir sahen, dass die Zellkerne der entwicklungs¬ 
fähigen jungen Zelle immer sehr phosphorreich sind, dass aber 
in Zellen, bei welchen die Fortpflanzungsfähigkeit in den Hinter- 
grand tritt, um einer specifischen Function Platz zu machen, 
der Zellkern seinen Phosphor grösstentheils verliert. Als Bei¬ 
spiel citiren wir die Nervenzellen, welche, ihr Fortpflanzungs¬ 
vermögen einbüssend, psychische Functionen übernehmen. Pie 
neueren Arbeiten auf diesem Gebiete haben experimentell 
gezeigt, dass die Ganglienzellen der erwachsenen Sâugéthiere 
sich nicht mehr vermehren können. Es ist also der Gedanke 
sehr schwer abzuweisen, dass der Phosphorgehalt ein 
steter Begleiter des Fortpflanzungsvermögens ist. 
Diese Annahme entspricht den Untersuchungen von Kossel1) 
über den Nuclemgehalt der embryonalen Gewebe im Vergleich 
mit den Geweben der erwachsenen Thière ; sie findet auch eine 
Bestätigung in einer neueren Arbeit von Szymkiewicz*), 
welche ergab, dass die Leberzellen am reichsten an Phosphor 
in der Fötalperiode sind und dass ihr Phosphorgehalt gleich 
nach der Geburt sehr stark abnimmt, um mit der weiteren 
Entwickelung der Thiere noch mehr abzunehmen. Es wird 
sich hier wohl um den Phosphor des Nucleins handeln. 
Zum Schluss sei es uns gestattet, dem Herrn Professor 
Ko ssel für das warme Interesse, welches er am Fortgang 
unserer Untersuchungen nahm, innigst zu danken. 
l) A. Kossel, Zur Chemie des Zellkerns, Zeitschrift fur physiol. 
Chemie, Bd. 7, Heft 1. — Derselbe, Gewebelehre von Schiefferdecker 
und Kossel, I. Theil, Braunschweig 1891, S. 57 und 232. 
*) F. St. Szymkiewicz, Ueber den Schwefel- und Phosphorgenalt 
der Leberzelleu des Rindes in den verschiedenen Lebensaltern. (Inaug.- 
Dissert, Dorpat 1891.) v,-v
        

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