Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die mikrochemische Localisation des Phosphors
Person:
Lilienfeld, L. A. Monti
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16909/14/
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Nervenzellen. Wir prüften Nervenzellen der Maus 
und des Kaninchens. Zu diesem Ende härteten wir ein 
Kaninchengehirn in Salpetersäure, fertigten Schnitte an und 
behandelten sie nach unserer Methode. Wir fanden an diesen 
Präparaten, dass die Rinde intensiver gefärbt ist als das Mark. 
Bei der mikroskopischen Untersuchung der Präparate war 
die Orientirung durch die diffuse braune Färbung dei* Rinde 
erschwert. Jedenfalls konnten wir feststellen, dass in einer 
Reihe von Nervenzellen das ganze Cytoplasma stark gefärbt 
war, während sich der Kern viel schwächer färbte! Manch¬ 
mal sind die Kerne gar nicht zu erkennen. An denselben 
Schnitten aber konnten wir Kerne sehen, welche sehr gut 
gefärbt waren. Es ist möglich, dass diese Kerne der Neuroglia 
angehören. 
Nieren. Das ganze Cytoplasma der Nierenepithelien 
ist phosphorreich, und zwar enthalten sie salzartig gebundene 
Phosphorsäure, was daraus zu schlossen ist, dass die Reaction 
sofort eintritt. Es steht dies wahrscheinlich in Beziehung mit 
der freien Phosphorsäure des Harns. 
Muskeln. Wir prüften auf ihren Phosphorgehalt die 
quergestreiften Muskelfasern des Frosches und der Melolontha 
vulgaris. Die Muskeln ergaben das frappanteste Resultat und 
waren ein sehr werthvoller Probirstein für die Beweisfähigkeit 
unserer Methode. Der Muskel enthält bekanntermassen grosse 
Mengen von Phosphorsäure, welche wahrscheinlich als Kalium- 
phosphat in demselben enthalten ist. Wir erwarteten also 
vom Muskel sofortige und intensive Reaction, was sich auch 
in ausgiebigem Maasse bestätigte. Nachdem die Muskèln ein 
Paar Minuten in Ammoniummolybdat verweilten, tritt mit 
Pyrogallol eine derart intensive Färbung ein, dass man unter 
dem Mikroskop an den Präparaten beinahe nichts unterscheiden 
kann. Wenn wir die Präparate in F arrant’scher Mischung 
*i(h ein wenig entfärben Hessen, dann konnten wir leicht 
beobachten, dass die Phosphorreaction besonders an die 
dunklen Streifen gebunden ist. Wir sind demnach geneigt, 
zu glauben, dass die dunklen Streifen phosphorsäurereicher 
sind als die hellen. 
Zeitschrift für physiologische Chemie. XVII.
        

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