Bauhaus-Universität Weimar

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keit wurde durch Jod erst nach einigen Tagen dunkelgrün 
gefärbt. Durch Eintrocknen der Amyloidlösung erhielt er eine 
glasartige amorphe Masse, die durch Jod sofort blau gefärbt 
wurde. 
Auch Frank hatte eine vollständige Auflösung der 
secundären Membran nicht erreichen können; ein Theil ver¬ 
harrte in einem weichen aufgelockerten Zustande. 
Nach Reiss1) ist Amyloid in 30prccentiger Salpetersäure 
bedeutend leichter löslich, als die Reservecellulose. 
Genannter Forscher glaubt, dass aus dem Amyloid durch 
Hydrolyse Dextrose2) entstehe und zwar auf Grund folgender 
Versuche. Er trug die feingepulverten Sameu in die gleiche 
Gewichtsmenge 70procentiger Schwefelsäure «‘in, verdünnte 
die Masse nach 24 Stunden mit viel Wasser, brachte sie auf 
ein Filter und neutralisirte die saure Flüssigkeit mit Baryum- 
carbonat; die vom Baryumsulfat getrennte Lösung , wurde 
eingeengt und dann mit 2procentiger Schwefelsäure eine 
Stunde im Wasserbade erhitzt. Die so erhaltene Zuckcrlösung 
wurde mit Thierkohle entfärbt und mit Baryumcarbonat 
neutralisirt. Er bekam so einen stark rechtsdrehenden Zùckêr- 
syrup, der mit Phenylhydrazin ein bei 203° schmelzendes 
Osazon lieferte. 
Durch die Untersuchungen, deren Resultate im Vorigen 
zusammengestellt worden sind, ist die chemische Beschaffen¬ 
heit des Amyloids nicht vollständig aufgeklärt worden. Was 
insbesondere die Frage nach der Natur der bei Hydrolyse des 
Amyloids entstehenden Glukose betrifft, so liegen darüber 
nur Versuche von Reiss vor. Diese Versuche haben aber 
eine Entscheidung der Frage nicht gebracht. Denn, abgesehen 
davon, dass R e i s s das Vorhandensein von Traubenzück,er 
in der von ihm in beschriebener Weise dargestellten Lösung nur 
wahrscheinlich gemacht, nicht aber mit Sicherheit nachgewiesen 
hat, muss es auch für fraglich erklärt werden, , ob die in 
dieser Lösung enthaltene Glukose ausschliesslich aus dem 
') Landwirthschaftl. Jahrbücher, Bd. 18, S. 735. 
') L. c„ S. 701.
        

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