Bauhaus-Universität Weimar

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Ist das Amyloid ein chemisch einfacher Körper? 
-.-y. / Eine vollständig sichere Beantwortung dieser Frage ist 
für dieses Kohlenhydrat nicht zu geben. Es ist hier noch 
darauf aufmerksam zu machen, dass es unter denjenigen 
Kohlenhydraten, welche Toi len s als Poly-Saccharide be¬ 
zeichnet, überhaupt nur sehr wenige gibt, welche mit Sicherheit 
für chemisch einfache Körper erklärt werden können (man 
vgl. To 11 uns, Handbuch der Kohlenhydrate). 
Für die Annahme, dass das Amyloid eine einheitliche 
Substanz istf spricht zwar die Thatsache, dass die aus Tro- 
paeolum majus dargestellten Amyloidpräparate eben so viel 
Schleimsäure und Furfurol gaben, wie ein aus Paeonia dar¬ 
gestelltes Präparat. Immerhin ist züzugeben, dass die Üeber- 
cinstimmung eine zufällige gewesen sein kann; eine Ent¬ 
scheidung liesse sich wohl dadurch geben, dass man noch 
aus anderen Materialien Amyloid darstellte und sodann prüfte, 
ob auch die bei diesen Darstellungen gewonnenen Präparate 
eben so viel Schleimsäure und Furfurol geben und eventuell 
das optische Drehungsvennögen bestimmte. Im Uebrigen darf 
behauptet werden, dass für die Zwecke, welche man bei der¬ 
artigen Untersuchungen verfolgt, die Entscheidung der Frage, 
ob man zu einheitlichen Producten gelangt, nicht als eine 
überaus wichtige zu bezeichnen ist. 
Vergleichung des Amyloids mit anderen Kohlenhydraten. 
Das Amyloid ist zu denjenigen Kohlenhydraten zu rechnen, 
welche To liens als Saccharo-Colloide bezeichnet (Tollen s’ 
Handbuch der Kohlenhydrate). Da das Amyloid im Verhalten 
zu Jod mit dem Stärkemehl vollständig übereinstimmt, so 
hatte man wohl bisher fast allgemein angenommen, dass das¬ 
selbe ein dem Stärkemehl sehr nahe verwandter Körper ist. 
Mit völliger Bestimmtheit ist dieses von Trécul’) ausgesprochen 
worden ; derselbe sieht die mit Jod sich direct bläuenden Zell¬ 
membranen als üebergang vom amorphen Stärkemehl und 
l) Compt. reud., Bd. 47, S. GS7.
        

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