Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie des allgemeinen Stoffwechsels und der Ernährung
Person:
Voit, Carl von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16896/477/
Die veget. Nahrungsmittel. — Die Körnerfrüchte u. deren Produkte : Cerealien. 469 
G. Mayer hat zuerst solche Versuche mit verschiedenen Arten 
von Brod gemacht, nämlich 1) mit weissem Weizenbrod (Semmel), 
2) mit Roggenbrod (aus Roggenmehl unter Zusatz gröberer Sorten 
Weizenmehl gebacken), 3) mit HoRSFORD-LiEBiG’schem Roggenbrod 
(mit Nährsalzen) und 4) mit Schwarzbrod von ganzem Korne (nord¬ 
deutscher Pumpernickel). In allen 4 Fällen wurde nahezu die gleiche 
Menge Trockensubstanz gereicht. Später hat M. Rubner1 noch zwei 
Versuche Nr. 5 und 6 mit Weissbrod aus Weizenmehl und einen 
Versuch Nr. 7 mit schwarzem grobem Roggenbrod angestellt. Dabei 
ergab sich: 
1 
No. 
im 
Brod 
verzehrt 
im Koth 
feste 
Theile 
N 
Kohle¬ 
hydrat 
Asche 
feste Theile 
Stickstoff 
Kohlehydrat 
Asche 
Grm. 
°/o 
Grm. 
°/o 
Grm. 
°/o 
Grm. 
% 
1. 
439 
8.S 
10.0 
25.0 
5.6 
1.8 
19.9 
3.0 
30.2 
2. 
438 
10.5 
— 
18.1 
44.2 
10.1 
2.3 
22.2 
— 
— 
5.5 
30.5 
3. 
437 
8.7 
— 
24.7 
50.5 
11.5 
2.8 
32.4 
— 
— 
9.4 
38 1 
4. 
423 
9.4 
— 
8.2 
81.8 
19.3 
4.0 
42.3 
— 
— 
7.9 
96.6 
5-1 
455 
7.6 
391 
9.9 
23.5 
5.2 
2.0 
25.7 
6 
1.4 
2.5 
25.4 
6. 
779 
13.0 
670 
17.2 
28.9 
3.7 
2.4 
18.7 
5 
0.8 
3.0 
17.3 
7. 
765 
13.3 
659 
19.3 
115.8 
15.0 
4.3 
32.0 
72 
10.9 
10.2 
36.0 
Darnach zeigen das HoRSFORD-LiEBiG-Brod und das gewöhn¬ 
liche Roggenbrod nur geringe Differenzen in der Verwerthung; beide 
werden in mittleren Mengen ausgenützt. Dagegen ergab sich ein be¬ 
deutender Unterschied bei dem weissen Weizenbrod; bei der gleichen 
Quantität der verzehrten Trockensubstanz erschien hier (Nr. 1) nur 
die Hälfte trocknen Koths als in den Fällen Nr. 2 und 3; die reich¬ 
lichere Aufnahme von Weizenbrod ändert kaum etwas am Resultat, 
denn obwohl im Versuch 6 viel mehr Weizenbrod gegessen wurde 
als im Versuch 5, so ergab sich doch nur eine geringe absolute Zu¬ 
nahme der Kothmenge und eine prozentig bessere Ausnützung. Am 
auffallendsten sind aber die Zahlen bei dem groben Schwarzbrod 
und dem Pumpernickel, wo weitaus am meisten Koth erscheint, 
3—4mal so viel als bei Genuss von Semmel; es werden dabei 15 
bis 19% der trockenen Nahrung mit 32—42 % ihres Stickstoffs und 
36 — 97 % ihrer Asche im Koth wieder entfernt. Bei gleicher Zufuhr 
von Trockensubstanz ist also die Semmel entschieden die nahrhafteste 
1 51. Rubner, Ztschr. f. Biologie. XV. S. 150. 1870.
        

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