Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie des allgemeinen Stoffwechsels und der Ernährung
Person:
Voit, Carl von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16896/395/
Anorganische Nahrungsstoffe. — Organische Nahrungsstoffe. 387 
Menschenhaaren (Vauquelin1, Laer2), in den Federn (Gorup 3, Henne¬ 
berg 4)> in dem Panzer niederer Thiere; ferner in dem Albumen der Vogel¬ 
eier (Poleck5), der Galle, auch im Blut (Millon6, Weber7)? im Harn 
(Berzelius 8, Fleitmann 9), und im Kotli. Sie wird in der Nahrung zu¬ 
geführt, namentlich in der löslichen Modifikation, in welcher sie sich in 
manchen Vegetabilien findet, in Kieselsäure haltigen Wässern, in ver¬ 
schlucktem Sand (im Brod von den Mühlsteinen herrührend). 
Das Fluorcalcium kommt vorzüglich im Schmelz der Zähne vor und 
in geringer Menge in den Knochen10; im Harn hat man Spuren davon 
entdeckt. Es wird mit verschiedenen Nahrungsmitteln in den Körper 
aufgenommen. 
II. Organische Nahrungsstoffe. 
1. Stickstoffhaltige Nahrungsstoffe. 
A) Die eiweissartigen Stoffe. 
Zu dieser Gruppe der stickstoffhaltigen Nahrungsstoffe gehören 
die mannigfaltigen Modifikationen der eiweissartigen Stoffe: das Al¬ 
bumin, Kasein, Syntonin, Fibrin, Kleber, Legumin etc. Dieselben be¬ 
sitzen wohl alle eine ähnliche Constitution, jedoch zeigen sie gewisse 
Verschiedenheiten und sind es namentlich die Ei weisskörper aus dem 
Pflanzenreiche, welche in ihrer Zusammensetzung z. B. in ihrem 
Stickstoffgehalte sehr variiren (S. 23 u. 61). 
Die Zellen und Gewebe des Thierkörpers, das Protoplasma der 
niedersten Organismen, also die Gebilde, an welchen wir die Lebens¬ 
erscheinungen ablaufen sehen, sowie auch die Säfte bestehen, wenn 
man von ihrem Wassergehalte absieht, zum grössten Theile aus 
eiweissartigen Substanzen und nächsten Abkömmlingen derselben. 
In dem Organisirten sind sie zumeist ungelöst z. B. als Syntonin 
im Muskel, in dem das Gewebe durchtränkenden Plasma und der 
Ernährungsflüssigkeit jedoch im gelösten Zustande. 
In einem ausgewachsenen menschlichen Körper von 68.65 Kilo 
Reingewicht berechne ich annähernd nach den Trockenbestimmungen 
1 Vauquelin, Ann. cl. chim. et d. phys. LVIII. p. 41. 
2 Laër, Ann. d. Chem. u. Pharm. XLIV. S. 172. 
3 Gorup, Ebenda. LXVI. S. 321. 
4 Henneberg, Ebenda. LXI. S. 255. 
5 Poleck, Ann. d. Physik. LXXVI. S. 360. 
6 Millon, Journ. d. phys. et chim. (3) XIII. p. 86. 
7 Weber, Ann. d. Physik. LXXVI. S. 387. 
8 Berzelius, Lehrb. d. Chemie. IX. S. 433. 
9 Fleitmann, Ann. d. Physik. LXXVI. S. 358. 
10 Berzelius, Gehlen’s Journal. III. S. 1. — Marchand, Journ. f. prakt. Chemie. 
XXVII. S. 83. — Heintz,Berichte d. Berliner Acad. 1*49. S. 51. — Middleton, Phil. 
Mag. XXV. p. 14. — Bibra, Chem. Unters, üb. Knochen u. Zähne. 1844.
        

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