Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie des allgemeinen Stoffwechsels und der Ernährung
Person:
Voit, Carl von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16896/369/
Anorganische Nahrungsstoffe: Die Aschebestandtheile. 
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Stoffe untersucht worden; von 100 Grm. der im Futter gegebenen 
Aschebestandtheile erschienen 42.2 °/o im Harn (hauptsächlich Kali 
und Chlor), 58.2 0 o im Koth (hauptsächlich Kalk, Magnesia und 
Phosphorsäure) und 1.2 °,o in der Wolle. Werden in dem noch wach¬ 
senden Organismus Mineralstoffe angesetzt, so wird das Bedürfniss an 
Asche grösser und es findet sich im Harn und Koth relativ weniger 
Asche vor; es ist in diesem Falle auch die Ausnützung im Darm 
eine bessere, denn während nach Bubner der erwachsene Mensch 
46.8 °,o der Asche der Milch nicht resorbirt, verwerthet nach J. For¬ 
ster das 4monatliche Kind 36.5°/o derselben nicht, das Saugkalb 
nimmt sogar nach Soxhlet1 die ganze Asche bis auf 2.6 °/o in die 
Säfte auf. Von 100 Grm. Mineralstoffen der verzehrten Milch gehen 
beim Saugkalb 2.6% in den Koth, 44.4% in den Harn über und 
53.0 % werden zum Ansatz im Körper verwendet. 
Was die einzelnen Aschebestandtheile als Nahrungsstoffe betrifft, 
so ist vorzüglich über die Verbindungen der Alkalien (Natron und 
Kali) mit Chlor und Phosphorsäure, der alkalischen Erden (Kalk und 
Magnesia) mit Phosphorsäure, und über das Eisen Einiges zu be¬ 
richten. 
Der in den Exkreten enthaltene Schwefel stammt von zersetz¬ 
tem Eiweiss ab; er wird für die höheren Thiere in der Form von 
Eiweiss dem Körper wieder zugeführt. 
Es kommt vor Allem darauf an die Principien, nach denen der 
Wechsel der Salze erfolgt, zu kennen. Es ist nicht möglich auf alle 
die Verschiedenheiten in der Ausscheidung der einzelnen Aschebe¬ 
standtheile näher einzugehen, da bei den meisten Untersuchungen 
der Art die Aschezufuhr und auch die übrigen Kautelen nicht ge¬ 
hörig berücksichtigt wurden und das Wenige, was man sicher hier¬ 
über weiss, zum Theil bei der Beschreibung der Zusammensetzung 
der Exkrete zu bringen ist. 
theilung der in der Nahrung aufgenommenen Aschebestandtheile auf die Exkrete 
in einem 3 tägigen Versuch bei einem Pferde bestimmt. 
1 Soxhlet, Erster Bericht über Arbeiten der k. k. landw. Versuchsstation in 
Wien aus den Jahren 1870—1877. Wien 1878. — DieVertheilung der einzelnen Asche¬ 
bestandtheile war folgende : 
im Koth 
im Harn 
angesetzt 
100 Phosphorsäure 
1.1 
26.4 
72.5 
„ Chlor . . . 
1.2 
95.5 
3.8 
„ Kalk .... 
2.7 
0.4 
96.9 
„ Magnesia . . 
3.8 
65.7 
30.5 
„ Kali .... 
2.2 
77.1 
20.7 
„ Natron . . . 
5.4 
65.5 
29.1 
„ Eisenoxyd . . 
61.1 
— 
38.9
        

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