Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie des allgemeinen Stoffwechsels und der Ernährung
Person:
Voit, Carl von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16896/27/
Bestimmung der Zusammensetzung der Einnahmen. 
19 
kommen, so ist es nothwendig, einige Bemerkungen über die Art 
der Darreichung der Einnahmen bei Stoffwechselversuchen und über 
die Ermittlung ihrer Zusammensetzung zu machen. 
Es werden in alle thierische Organismen, in die höheren vom 
Darmschlauch aus, in die niederen von der äusseren Oberfläche aus 
Stoffe in das Innere des Leibes aufgenommen, welche ihn vor Ver¬ 
lusten bewahren; ausserdem tritt durch bestimmte Organe oder durch 
die ganze Körperoberfläche der Sauerstoff der umgebenden Luft oder 
des Wassers ein, über dessen Bestimmung später noch Einiges ge¬ 
sagt werden soll. 
Zunächst muss die Zusammensetzung der Zufuhr, ihr Gehalt an 
Elementen und an chemischen Verbindungen, möglichst genau bekannt 
sein ; auch soll die Zufuhr in der gleichen Zusammensetzung für län¬ 
gere Zeit leicht herstellbar sein. 
Zu dem Zwecke wäre es unstreitig am besten, könnte man nur 
reine chemische Verbindungen (die reinen Nahrungsstoffe) z. B. rei¬ 
nes Eiweiss, Fett, Zucker, Stärkemehl, Aschebestandtheile, oder 
Gemische derselben geben. Da aber die Menschen und auch die 
Thiere nur selten solche geschmacklose Gemenge auf die Dauer 
aufzunehmen oder zu ertragen vermögen, so bleibt für die meisten 
Fälle nichts anderes übrig als schon durch die Natur zusammen¬ 
gesetzte Mischungen (die Nahrungsmittel) zu wählen. Jedoch wäre 
es wohl möglich und ganz verdienstvoll, die Grundversuche, nach¬ 
dem vorher der Weg mit Hilfe der letzteren Mischungen gefun¬ 
den worden ist, mit den reinen Stoffen zu wiederholen, obwohl sich 
dabei sicherlich im Wesentlichen keine anderen Resultate ergeben 
werden. 
Man wählt also die reinen Nahrungsstoffe oder solche Nahrungs¬ 
mittel aus, welche möglichst einfach zusammengesetzt und gleich- 
mässig zu erhalten sind, was für den Fleischfresser viel leichter ist 
wie für den Pflanzenfresser. 
Für den Fleischfresser hat man als reine Nahrungsstoffe Blut- 
faserstoff (Magendie) oder mit heissem Wasser erschöpftes Fleisch- 
pulver (Forster und Kemmerich) oder die mit heissem Wasser aus¬ 
gezogenen coagulirten Eiweissstoffe des Blutes (Panum) gegeben; 
ausserdem Stärkemehl, Zucker, Fett, Leim u. s. w. 
Für länger währende Versuchsreihen wählt man als eiweiss¬ 
haltiges Nahrungsmittel am besten mit der Scheere sorgfältig von 
Knochen, Sehnen, Bändern und Fett befreites frisches Muskelfleisch 
von nicht gemästeten Rindern oder Pferden, da es die Thiere meist 
am liebsten und auf die Dauer verzehren und seine Beschaffung in
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.