Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie des allgemeinen Stoffwechsels und der Ernährung
Person:
Voit, Carl von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit16896/169/
Einfluss des Glaubersalzes und Salmiaks auf den Stoffverbrauch. 
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haltigen Stoffe ansehnlich (bis zu 24 °/o) herabgesetzt. Die Thiere 
l)efanden sieh aber dabei nicht im Stickstoffgleichgewicht, so dass 
eine Aenderung des Eiweissverbrauchs unter dem Einflüsse des Glau¬ 
bersalzes nicht zu erkennen war; ferner wurde bei ihnen nicht am 
Ende jedes Versuch stags die Harnblase völlig entleert. 
Ich1 habe Hunden zu grösseren Quantitäten reinen Fleischs 
(1500 Grm.), sowie zu kleineren Gaben von Fleisch unter Zusatz 
von Fett (500 Grm. Fleisch mit 100 Grm. Fett) nach eingetretenem 
Stickstoffgleichgewicht 3 Grm. Glaubersalz gegeben und keine Aen¬ 
derung in der Stickstoffausscheidung gefunden. Ich erhielt im Tag 
im Mittel: 
JS der 
Einnahmen 
N der 
Ansgaben 
Wasser 
auf 
Wasser 
im Harn 
1. ohne Salz 
51.0 
51.2 
394 
1261 
mit Salz 
51.0 
51.1 
342 
1335 
2. ohne Salz 
17.0 
16.7 
109 
403 
mit Salz 
17.0 
16.7 
194 
436 
Die Gabe von 3 Grm. Glaubersalz ist so gering, dass sie kaum 
eine Aenderung der Wasserausscheidung im Harn hervorbringt und 
daher auch den Stickstoffgehalt desselben nicht beeinflusst. Es ist 
nicht zu zweifeln, dass bei grösserer Dosis wie durch das Kochsalz 
die Eiweisszersetzung gesteigert wird. 
3. Salmiak. 
Rabuteau2 erwähnt zuerst, eine Vermehrung der Stickstoffaus¬ 
scheidung im Harn (3 Grm. Harnstoff) und der Eiweisszersetzung beim 
Menschen durch 5 Grm. Salmiak, während möglichst (?) gleickmässi- 
ger Nahrungs- und Lebensweise, erhalten zu haben. 
Genauere Versuche hierüber hat vorzüglich Feder3 an Hunden an¬ 
gestellt. Dieselben zeigten beim Hunger und bei Fütterung mit Fleisch 
und Fett nach Aufnahme von Salmiak eine reichlichere Harnmenge 
und eine nicht unbeträchtliche Vermehrung der Harnstoffausschei¬ 
dung (nach Bunsen bestimmt). Man kann zwar daraus noch nicht 
ohne Weiteres auf eine Vermehrung des Eiweissumsatzes unter die¬ 
sem Einflüsse schliessen, weil das Ammoniak des Salmiaks mög- 
1 Voit, Ztschr. f. Biol. I. S. 195. 1865. 
2 Rabuteau, Union médicale. 1871. No. 65. p. 325. 
3 Feder, Sitzgsber. d. bayr. xAcad. Math.-physik. CI. 1876. 4. März; Ztschr. f. 
Biol. XIII. S. 256. 1877, XIY. S. 161. 1878. 
Handbuch der Physiologie. Bd. VL 
11
        

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